Der Beginn einer langen Reise (Reisetagebuch Anfahrt + Tag 1)

Der Beginn einer langen Reise (Reisetagebuch Anfahrt + Tag 1)

Hallo ihr Lieben,

es geht los. Das Reisetagebuch nimmt Gestalt an 🙂

02.-04.09.2015

Es ist der 02.09.2015, morgens 07:30 Uhr:

Es geht endlich los. Gute 2000 Kilometer liegen noch zwischen uns und unserem Ziel.

Abisko, wir kommen!

Die Fahrt nach Kiel ist relativ unspektakulär. Deutsche Autobahnen halt… die kennt man ja. Am Hafen in Kiel angekommen haben wir noch ausreichend Zeit um etwas für unser Kabinenmahl einzukaufen. Da der Hafen direkt in der Stadt liegt, müssen wir auch gar nicht weit fahren. Unsere Fähre, die Stena Scandinavia soll auch erst um 18:45  Uhr ablegen und dann am nächsten Morgen um 9:15 Uhr in Göteborg anlegen. Wir wollen unsere zwei Doggies nicht alleine in der Kabine lassen, um im Boardrestaurant essen zu gehen und so holen wir uns jeweils eine Salatbox und Frikadellen. Ein kleines, aber feines Kabinenmahl halt 😉

Das Einchecken für die Überfahrt verläuft problemlos. Wir zeigen nur unsere Buchungsbestätigung und bekommen dann auch direkt die Kabinenschlüssel ausgehändigt. Kabine 8240 soll es also sein 🙂 Wir sind gespannt…

Als es dann mit dem Auto in die Fähre hinein geht, ist es doch irgendwie komisch. Alles ist eng, laut, stinkt und wackelt. Vielleicht sind wir noch nicht oft genug mit einer Fähre gefahren, wir sind auf jeden Fall etwas verunsichert.

Nachdem wir das Auto abgestellt haben, muss natürlich alles, was wir für die Nacht brauchen, eingepackt und mitgenommen werden. Da dürfen unsere zwei Jungs natürlich nicht fehlen.

Eine kleine Herausforderung stellt der Gang vom Auto in die Kabine aber dennoch dar. Bentley wird deshalb einfach unter den Arm geklemmt. Der kleine Mann ist schließlich handlich genug dafür 😉

Jamiko ist da dann aber schon eine ganze andere Sache. Der findet das alles total gruselig und ist hyper nervös. Können wir auch nachvollziehen, denn uns geht es ähnlich. Alle Leute um einen herum betreiben hektische Bewegungen, rennen wie aufgescheucht übers Parkdeck und sind einfach nur auf eine Art „panisch“. Das einem da als Hund das Ganze auch nicht so ganz geheuer ist, kann man also verstehen 😉

Nachdem wir ein bisschen wirr durch die Gänge laufen, finden wir unsere Kabine dann aber doch noch und sogar der Schlüssel funktioniert auf Anhieb. Alle Mann stürmen also erstmal rein in die gute Stube.

Die Kabine an und für sich ist recht zweckmäßig: Es gibt ein kleines Bad mit WC, Waschbecken und Dusche. Einen kleinen Fernseher und zwei Betten. Jetzt darf man aber nicht an ein schönes geräumiges Doppelbett denken…Nein, so einfach ist das nicht.

Eines muss man ausklappen und dann hat man ein Hochbett. Tja, also war das schon mal nix mit einfach…einer muss hochklettern…

Sogar ein Hundekörbchen haben die in die Kabine gequetscht. Näpfe waren auch da.

Da wir natürlich eine Haustierkabine gebucht haben, sind wir auch sehr nahe am „Hundeklo“. Das ist … naja, sagen wir auch zweckmäßig. Ein 2×2 Meter breiter Kasten gefüllt mir Granulat und in der Mitte befindet sich ein Holzpfahl für die Rüden zum pinkeln. Knappe (schätzungsweise) 30 Meter dürfen dann noch mit den Hunden begangen werden. Der Rest der Decks des Schiffes war für Hunde tabu. Alles in allem besser, als das was andere Fährlinien anbieten, aber länger als eine Nacht sollte man sich mit einem Hund unserer Meinung nach, nicht dort aufhalten. Wie gesagt, wir wollen nicht meckern, aber es ist halt alles recht zweckmäßig. Wir wussten ja schon vorher halbwegs, worauf wir uns da einlassen 😉

Für uns war es alles in allem ok, da wir in Kiel noch ausgiebig Gassi gegangen sind.

Die Jungs stecken also nur mal kurz aufm Deck ihr Revier ab und dann verziehen wir uns auch in die Kabine. Dennis geht noch raus aufs Deck und macht noch einige Fotos und informiert unsere Familien soweit, dass wir Kiel gut erreicht haben.  Noch haben wir ja deutsches Handynetz und auch Internet 😉

Da wir eine Innenkabine gebucht haben, finden wir es sehr schwer einzuschätzen, wie spät es ist. Man bekommt einfach nichts mit. Außer dem Neonlicht in der Kabine hat man schließlich kein Lichteinfall.

Das wir auf einer Fähre sind, denkt man auch nicht so schnell. Wären wir nicht abwechselnd mal selber an Deck, kann man das Ganze auch fast für eine sehr ruhige Busfahrt halten 😉

Aber auch nur fast…Wenn da nicht der Krach der Leute wäre, die vor der Kanine rumlaufen und das rumpeln der Motoren unter Deck. Die tragen natürlich auch nicht zu einer erholsamen Nachruhe bei. Aber nun gut…es ist ja nur für eine Nacht. Dafür haben wir immerhin nicht die lustigen Schweden auf Deck 9 bei uns aufm Deck. Die machen da mal mächtig Party, sodass man die Fahne der vier Schweden schon 30m vor deren Kabine riechen kann 😉

Die Nacht haben wir einigermaßen gut überstanden, sogar etwas geschlafen haben wir 🙂

…und tatsächlich legen wir am nächsten Morgen pünktlich in Göteborg an. 10 Minuten vorher gibt es eine Durchsage die uns darauf aufmerksam macht, dass sich die Autofahrer bitte zu den Fahrzeugen begeben sollen. Nachdem Dennis das Einlaufen in den Göteborger Hafen fotografiert und gefilmt hat, kommt er etwas abgehetzt runter und meint nur „Ich hab die Durchsage gehört, da musste ich mich dann aber flott beeilen…“

Mit Sack und Pack, sowie den Hunden beladen, stellt sich uns vor der Kabine dann die große Frage: „Ähmmm, weißt du noch wo das Auto stand?!“ Hätten wir uns das besser mal gemerkt…

Etwas wirr geht es dann gute 8 Minuten durch die Gegend und von Deck zu Deck…Die erste Tür wird geöffnet und was steht vor uns? Kein Auto, sondern ein riesiger LKW. Da kann es also nicht gewesen sein…Also nächstes Deck…auch hier wieder alles andere, außer unser Auto. Hmmmm, vielleicht sollten wir die Blauen Treppen auf der anderen Seite des Schiffs mal probieren?! Schnell rüber und dann in Windeseile die Decks abgeklappert…irgendwie verfallen wir jetzt leicht in Panik…gestern noch drüber aufgeregt, heute ist man selber so 😉

2 Minuten bevor die Fähre dann ihre Luke öffnet, schaffen wir es noch, packen alles ins Auto und sind somit parat! Puhhhh…hat also noch alles gut geklappt 🙂

Nachdem es dann durch Göteborg geht und wir immer weiter raus „aufs Land“ fahren, wird es dann relativ langweilig. Bis nach Abisko sind es noch gute 1500 km. Die ziehen wir dann mit einigen wenigen Pausen durch. Tagsüber gibt es die ein oder andere Hunde- und Essenspause. In der Nacht zum Freitag verbringen wir dann knapp 5 Stunden schlafend im Auto, um dann die restlichen Kilometer abzuspulen. Mit Fahrerwechsel ist das auch alles kein Problem. Etwas anstrengend, aber machbar. Wir haben das Ziel ja vor Augen. 🙂

Nervig ist es, dass wir meistens nur 80km/h, mit Glück 110km/h, fahren können…

Wie „schnell“ wir dann voran kommen, kann man sich dann ja denken, aber so ist das halt, und irgendwie hat man sich nach etwas mehr als der Hälfte der Strecke dran gewöhnt.

Wirklich schneller zu fahren trauen wir uns aber auch nicht. Blitzer gibt es genug und wer weiß, wo überall die Polizei lauert. Bekanntermaßen sind Geschwindigkeitsüberschreitungen in Schweden teuer genug…da kann man sich besser das ein oder andere Öl (schwedisch für Bier) am Ende der Tour für das Geld gönnen 😉

Kiruna bleibt uns bei der Durchfahrt aber im Gedächtnis. Wir können vom Auto aus die Erzmine sehen. Die wirkt aber in dieser Umgebung völlig fehl am Platz. Faszinierend, aber total aus dem gesamten Kontext der Umgebung gerissen.

Was lange währt, wird aber endlich gut und so erreichen am Freitag gegen 13 Uhr den Langzeitparkplatz in Abisko. Dort schmeißen wir uns schnell in die Trekkingklamotten, machen ein Start-Foto von unserer kleinen Truppe und auf geht’s! Geplante 16 Tage Trekking: WIR KOMMEN!!!

Der Kungsleden wartet! Das Wetter ist mit 7 Grad und leichtem Nieselregen nicht das beste, aber das stört uns gerade nicht. Wir sind da und es kann losgehen, das ist das Einzige, was zählt!!

Nach dem hübschen Holztor sind wir dann also auf uns gestellt. Das Abenteuer Lappland kann also endlich beginnen!

Mit unseren mega schweren Rücksäcken quälen wir uns entlang des Wanderweges durch den Abisko Nationalpark. Man muss dazu sagen, der erste Zeltplatz war nur 6km weit entfernt, aber irgendwie ist man nach so einer langen Anreise doch ziemlich geschafft und an die Monsterrucksäcke muss man sich auch erstmal gewöhnen (23 kg und 27kg sind halt kein Zuckerschlecken). Die Hunde sind natürlich auch total aufgeregt, denn nach so langer Zeit im Auto, mit nur wenigen Zwischenstopps wollen die Zwei sich natürlich auch bewegen.

An sich kein Problem, wenn Herrchen oder Frauchen aber hinten dran hängen und der Weg nicht mehr ganz eben ist, dann muss da erstmal wieder eine Grundordnung hergestellt werden. Die sieht dann für den Rest der Tour wir folgt aus:

Dany wird unsere kleine Karawane anführen. Sie muss also auch den Weg finden. Soll aber dank der schönen neu gemachten roten Punkte auf Steinen oder Bäumen kein Problem darstellen 🙂 Zur Absicherung hat Dennis die Karte und kann von hinten kluge Anweisungen geben 😉

Hinter bzw. neben Dany ist dann Jamiko. Dahinter folgt der kleine „König“ Bentley und Dennis bildet, wie gesagt, unser Schlusslicht 😉 So können wir dann auch keinen Hund aus den Augen oder ganz verlieren… das hatten wir ja letztes Jahr schon… Muss also nicht nochmal sein. Es darf auch ohne Adrenalinkick gewandert werden…

Anfangs hat Dany sich überlegt, Jamiko am Geschirr und Leine mit Rückdämpfer, sowie am Bauchgurt vor ihr laufen zu lassen. Im Laufe des ersten Tages hat es sich dann so geändert, dass er hinter oder neben ihr gehen soll. Denn der übermotivierte Dalmi zieht wie ein Weltmeister! Nicht ohne Grund ist Dennis so scharf auf den Dogscooter-Weltmeistertitel 😛

Da zeigt wohl das Canicross- und Scootertraining seine Wirkung. Ist nur hier auf einer Trekkingtour leider absolut fehl am Platz. Da kommt Dany auf dem unebenen Weg nicht hinterher und Sie will auch nicht, dass Jamiko sich so schnell verausgabt. Wir haben ja schließlich noch einige Tage und richtig viel Weg vor uns.

Anfangs fand Jamiko das nicht so toll, aber irgendwann gewöhnt sich auch ein Dalmatiner dran…

Ganz anders dagegen unser kleiner König Bentley. Der hat anfangs Probleme vor Dennis zu laufen, aber im Laufe der Tour hat er sich zu einem richtigen kleinen Trekking-Hund entwickelt. Aber dazu später mehr 🙂

Nachmittags erreichen wir dann den angepeilten Zeltplatz. Diesen ausgewiesenen Zeltplatz müssen wir hier nehmen, da es im Abisko Nationalpark nur an diesem Platz und an der Abiskojaurestation (17km weiter südlich) erlaubt ist, zu zelten. Der Weg ist uns für diesen Tag aber zu weit. Die Fahrt steckt uns dann doch noch zu sehr in den Knochen.

Das Zelt ist schnell aufgebaut und wir können das erste Abendessen im Zelt genießen. Nudeln mit Tomatensauce. Hmmmmmmm…kann man sich dran gewöhnen…Ob wir das aber an Tag 12 immer noch sagen, wird sich zeigen 😉

So ihr Lieben, das war der erste Bericht zum Beginn unserer Reise. In den nächsten Tagen wird noch einiges zu lesen folgen. Bilder werden wir versuchen so nach und nach noch zu ergänzen.

Bis dahin,

Dany, Dennis und die Jungs

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