06.09.2015, Sonntag (Reisetagebuch Tag 3)

06.09.2015, Sonntag (Reisetagebuch Tag 3)

06.09.2015, Sonntag

Und schon ist es Sonntag! Wir stehen wieder gegen 7 Uhr auf und packen nach dem Frühstück und Kaffee wieder alles zusammen. Um 10 Uhr wandern wir wieder los.

Über die gestern überquerte Hängebrücke müssen wir wieder zurück. Diesmal entschließen wir uns dazu nicht so ein großen Aufwand bei der Überquerung der Hängebrücke zu betreiben. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt 😉

Erst den Rucksack und dann jeden Hund einzeln rüber zu bringen ist uns dann doch zu doof und dauert auch zu lange. Wir haben ja noch einige Brücken auf der Tour vor uns und das hat gestern ja eigentlich ganz gut geklappt. Also versucht Dany mit Jamiko und ihren Rucksack gleichzeitig über die Brücke zu gehen. Die beiden sind etwas langsam, aber ohne Zwischenfälle kommen die beiden auf der anderen Seite an. Prima, dann versuchen wir das doch ab jetzt immer so 🙂

Es geht noch ein Stück durch den Wald des Abisko Nationalparks, bis wir zu einer kleinen, aus alten Eisenbahnschienen und Planken bestehenden Brücke, an der wir nochmal Rast machen. Dort füllen wir auch unsere Trinkflaschen auf. Alles in allem ist hier ein wirklich nettes Plätzchen und wir würden gerne ein paar Minuten länger dort bleiben, aber binnen Minuten kommen ca. 50 Stechmücken und fiese kleine Kribelmücken daher.

Uns bleibt nichts weiter übrig, als schnell die Flucht zu ergreifen und weiter zu wandern, denn die gemeinen Viecher versuchen Jamiko zu fressen.

Einfach unglaublich: Immer schön an die Oberschenkel und zwischen die Beine wird der Arme gestochen. Dany versucht ihn so gut es geht, zu ‚verteidigen‘, aber ein paar Stiche hat er leider ab bekommen. Wir beide sind natürlich auch nicht verschont geblieben. Die Hände waren besonders bei Dennis sehr beliebt. Die kleinen Viecher sind aber auch fies, selbst weg wedeln beeindrucken die Kriebelmücken nicht wirklich. Innerhalb von 3 Minuten hat Dennis 8 Stiche auf der rechten Hand. Bentley hat Glück und keinen einzigen Stich abbekommen, liegt wohl an dem dichten Fell…

Also weiter, es geht über viele Planken. Was eigentlich nicht so schlimm ist, denn auf den Planken kommt man ziemlich schnell voran. Der rote Wegmarkierungspunkt ist auch weiterhin nicht zu übersehen! Sehr gut! 🙂 Verlaufen können wir uns also auch nicht!

Es geht einige Zeit bergauf, denn wir laufen gerade um bzw. ein Teil über den Gárrdenvárri. Es ist mit den Monsterrucksäcken so anstrengend, dass wir wieder alle 10-15 Minuten eine kleine Pause machen müssen. Und die Mücken sind weiterhin an uns dran. Zum Glück kommen wir aber doch relativ schnell aus dem Wald heraus und können sie abhängen, denn ins Fjäll verfolgen uns die Mücken nicht. Hier ist es wohl einfach zu windig.

Nachdem wir rechtsseitig eine Samisiedlung (diese werden noch beim Eintreiben und Markieren der Rentiere genutzt) hinter uns lassen, erstreckt sich vor uns ein etwas größeres und sehr schönes Tal. In diesem Tal liegen eine Reihe von Seen, und eigentlich hatten wir uns am morgen noch überlegt, dass wir unser Zelt auf einer Landzunge am Rádujávri errichten wollen. Das ist allerdings noch ein ziemlich langes Stück wieder bergab und ziemlich weit abseits des Weges. Das Stück müssten wir dann am nächsten Tag wieder rauf…. Eher suboptimal

Aber wie es der Zufall es so will, finden wir einen gar wunderbaren Zeltplatz im Hang. Die Idee hatten wohl auch schon andere vor uns, denn der Zeltplatz ist als solcher nicht zu übersehen. Schön platt und von der Größe völlig ausreichend. Zu unserer Freude ist der Platz auch schön eben, so dass man nicht immer in Schräglage liegen muss.

Zu der Landzunge wollten wir eigentlich, da der Zeltplatz dann direkt am Wasser gelegen wäre. Auf dem Weg hierher hatten wir Bedenken, dass wir oben im Hang kein Wasser finden würden. Aber Heute ist der“ Tag des glücklichen Zufalls“ und nur 30m von uns ist ein kleiner Bach. Wir bauen also schnell das Zelt auf, es ist relativ windig, aber zu Zweit ist das dann auch wiederum kein Problem.

Bentley und Jamiko haben wir vor dem Aufbau am Rucksack festgebunden, mit dem schweren Teil wären die nicht so schnell weggekommen und falls doch: Sie wären defintiv nicht zu übersehen 🙂

Jamiko rollt sich direkt auf dem Boden zusammen und unter Danys Jacke ist es anscheinend so angenehm warm, dass er schon eingeschlafen ist, bevor wir das Zelt fertig aufgebaut haben. Durch den Wind trocknet das noch nasse Außenzelt dann auch relativ schnell.

Nachdem Dany im Zelt soweit alles „eingerichtet“ hat, darf zuerst Jamiko und danach dann Bentley den Palast betreten. Nach dem „Zwischenfall“ mit dem Reis am gestrigen Tag, gibt es für Dennis an diesem Abend Nudeln und für Dany natürlich Reis.

Nach dem Essen wird noch schnell „gespült“. Die Temperaturen sinken auch schon auf gefühlte 2-3 Grad Celsius. Also werden nach dem Spülen nur noch schnell die Zähne geputzt und dann kriechen wir auch schon in die warmen Schlafsäcke.

Bentley robbt in der Nacht immer mal wieder in Danys Schlafsack und dann, wenn es ihm dann doch zu warm wird, wieder raus. Und dann wieder rein….und wieder raus…der kleine Mann kann sich einfach nicht entscheiden. Insgesamt etwas anstrengend und nervig. So richtig durchschlafen kann man dabei nicht, aber bevor der Hund unausgeschlafen und verfroren ist… naja, als „Hundeeltern“ hält man so manches aus und verzichtet auch mal auf das ein oder andere Stündchen Schlaf J

Ob wir aber ohne Bentleys Ich-muss-in-den-Schlafsack-und-wieder-raus-Aktion hätten durchschalfen können? Wahrscheinlich nicht…Denn, wenn man die ersten Nächte draußen verbringt, muss man sich doch erstmal an die ganzen Geräusche der Nacht gewöhnen. Mal ist so ruhig, dass man es gar nicht glauben kann. Wenn kein Wind weht und das Zelt nicht flattert, dann ist es absolut still. Ist schon ein komisches Gefühl.

Irgendwann in der Nacht schleicht auch irgendein Tier an unserem Zelt vorbei. Welches Tier kann man nicht genau sagen. Es ist zwar nur ein kleines Tier, das kann man noch anhand der Geräusche ausmachen, aber was genau… keine Ahnung. Dennis und die Hunde haben natürlich nix mitbekommen, die haben geschlafen wie ein Stein.

Und Dany? Die dagegen macht sich Gedanken, was da um unser Zelt schleicht….

Gruselig 😉

Das war es dann auch schon wieder von uns!

Lieben Gruß,

Dany, Dennis, Jamiko und Bentley

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