10.09.2015, Donnerstag (Reisetagebuch Tag 7)

10.09.2015, Donnerstag (Reisetagebuch Tag 7)

Hallo ihr Lieben!

Entschuldigt bitte die lange Durststrecke zwischen den Einträgen. Wir waren für eine Woche in der Schweiz und haben dort viel erlebt und sind viel gelaufen. Da hatte ich leider keine Zeit am Reisetagebuch weiter zu schreiben. Aber heute ist es wieder so weit. Tag 7 ist fertig! Die Hälfte der Tour ist schon geschafft. Ich hoffe, dass Ihr bis hierher Spaß hattet und uns auch noch auf dem Rest der Reise begleiten wollt 🙂

Viel Spaß mit unserem  7. Tag!

10.09.2015, Donnerstag

Bereits kurz nach dem Aufwachen können wir sehen, dass heute ein schöner Tag wird. Die Sonne hat es nämlich endlich geschafft die Wolken zu vertreiben und wärmt langsam aber sicher das Zelt. Nachdem das morgendliche Frühstücks- und Packritual ohne Zwischenfällte abgehalten ist, machen wir uns dann auf den Weg.

Wir kommen (für unsere Verhältnisse) relativ zügig voran… Bis zu dem Punkt, wo wir uns vom Kungsleden trennen wollen und den Weg zum Kebnekaise einschlagen möchten. Wir haben nun die Möglichkeit einen kleinen Umweg über die Singistugorna zu machen und so den kleinen Pass vor uns zu meiden. Von der Strecke her wäre es aber wesentlich kürzer über den kleinen Berg zu gehen… Hmmm, so richtig entscheiden können wir uns nicht. Es klingt auf jeden Fall auch sympathisch, wenn wir heute etwas früher das Zelt aufbauen können und somit die „Abkürzung“ nutzen könnten. Also: Gesagt, getan…oder so ähnlich…denn, dass es die anstrengendere Entscheidung ist, fällt uns dann nach gut 1 1/2 Stunden auf. Es geht richtig gut bergauf. Und das nicht zu knapp. Rauf, rauf, rauf, immer den Berg hinauf. Schnaufend und ziemlich außer Atem legen wir dann immer mal wieder kleine Pausen ein. Auf dem Weg „nach Oben“ sehen wir einen kleinen Steinmarder. Das kleine Tierchen findet uns mindestens genau so interessant, wie wir ihn. Die Hunde bemerken den kleinen Marder zum Glück nicht sofort. Als dann der Wind etwas dreht, haben sie sofort die Witterung aufgenommen und wollen natürlich auch mal gucken. Das findet der Steinmarder dann nicht mehr lustig und rennt weg.

Die nette Ablenkung ist weg und so heißt es weiter und vorwärts marsch…

Bentley, immer auf Jagd, hat dann beinahe noch einen Lemmig erwischt. Der Zwerg hat aber nochmal Glück gehabt und konnte sich schnell noch in ein Loch flüchten.

Bei einer kurzen Pause an einem See merken wir auf einmal, dass Jamiko an einer Hinterpfote rot ist. Zuerst waren wir noch ganz entspannt, denn wie oft ist es schon passiert, dass der gute Mann in einen Strauch mit Beeren gelaufen ist und sich so an den Pfote recht wunderlich angemalt hat 😉 Aber als gute Hunde-Mama schaut Dany dann trotzdem nochmal nach. Und natürlich war es keine Beere, sondern Blut. Das müssen wir natürlich erstmal genauer untersuchen! Also Rucksäcke ab, Packtaschen vom Hund runter, Hund auf die Seite legen und untersuchen. Es sieht im ersten Moment schlimmer aus, als es dann doch war. Anscheinend hat Jamiko sich einen Ballen an einem Stein angerissen. Nachdem wir mit einem feuchten Tuch das Blut abgewischt haben, kann man auch den Schnitt gut sehen. Es ist zum Glück nicht mehr, als wenn wir uns am Papier schneiden. Bluten tut es auch schon nicht mehr. Da Jamiko eigentlich auch eine kleine Drama-Queen und aus jeder Mücke einen Elefanten macht, haben wir uns schon gedacht, dass es nicht schlimm ist. Aber Vorsicht ist besser als Nachsicht! Am Abend wollen wir uns das Ganze nochmal anschauen…sicher ist sicher! Zur Not haben wir noch die Erste-Hilfe-Tasche dabei.

Nach der erfolgreichen Behandlung des Patienten, geht es (Überraschung…) weiter bergauf… Oben angekommen, werden wir dafür aber wieder mit einer Hammer-Aussicht belohnt. Ganz umsonst war es dann doch nicht, auch wenn es einiges an Kraft gekostet hat, aber so ist das halt.

Was rauf geht, geht in diesem Fall natürlich auch wieder runter… Also alle Mann bergab! Nach einiger Zeit finden wir dann eine Weggabelung. Hier geht der Weg von der Singistugorna wieder mit unserem zusammen. An dieser Stelle überlegen wir, dass der Umweg vielleicht nicht annähernd so anstrengend gewesen wäre, aber hinterher ist man immer schlauer… Und ob es wirklich schneller gewesen wäre wissen wir natürlich auch nicht. Aber das ist wie im Supermarkt: Egal für welche Kasse man sich entscheidet, alle anderen sind immer schneller 😀

Dennis Kniebeschwerden sind natürlich durch das ständige auf und ab eher schlimmer, als besser geworden und so schaffen wir es auch heute mal wieder nicht, unser eigentliches Tagesziel zu erreichen. Wir wollten bis kurz vor die Kebnekaise Fjällstation gehen, finden aber weit, weit vorher einen schönen Zeltplatz und schlagen unser Zelt hier auf.

Das Zelt aufzubauen gestaltet sich diesmal auch etwas langwieriger. Im Tal ist es sehr windig und der Boden ist steinhart. Die Heringe bekommen wir nicht mal bis zur Hälfte in den Boden. Also werden schnell drum herum liegende Steine gesammelt und das Zelt mit diesen dann beschwert. Wir schon halten…. Hoffentlich… 😉

Dennis kommt auf die Idee, sein schmerzendes Knie mit einem nassen T-Shirt zu kühlen. Wenn das Knie nicht schnell besser wird, dann müssen wir die Tour tatsächlich ändern, denn nochmal so ein steiler und langer Anstieg wird damit wohl keine Freude sein. Und in den letzten Tagen wird es nochmal richtig steil werden.  Aber noch haben wir ja knapp 6 Tage Zeit zu entscheiden. Hoffen wir das Beste…

Sehr schön war, dass wir heute beim wandern das ganze hinter uns liegende Tal bis zum Tjaktapass durchblicken konnten. Die ganze Strecke haben wir in 2 Tagen geschafft. Ein bisschen Stolz ist man dann schon auf sich und natürlich auch auf die Hunde!

Was allerdings merkwürdig ist:

Man verliert völlig das Zeitgefühl. Ohne die Einträge im Tagebuch könnten wir nicht sagen, ob heute Montag, Dienstag oder Donnerstag ist. Irgendwie werden wir immer gegen 6:30 Uhr wach, das klappt auch ohne Wecker. Genauso scheint der Körper zu wissen, wann es 16 Uhr ist, denn da haben wir ja immer auf die Suche nach einem Zeltplatz begeben. Von 10-13 Uhr ist das Wandern kein Problem, anstrengend, aber ok. Zwischen 13-15 Uhr wird es anstrengender und wir brauchen öfters die ein oder andere Pause. Und ab 15 Uhr wird nur noch ein Fuß vor den anderen gesetzt. Man schleppt sich dann so durch die Gegend 😉 Jamiko wird ab da auch unkonzentrierter. Das merkt man besonders daran, dass er Dany von hinten schubst. Er geht ja hinter ihr und wenn er nicht mehr ganz aufpasst, dann merkt er nicht, wenn Dany stehen bleibt oder es etwas langsamer voran geht. Dann läuft er einfach auf. Aber sonst kann man sich drauf verlassen, dass Jamiko seinen Weg über Geröllfelder oder Planken oder Flüsse findet, ohne dass Dany sich ständig umdrehen muss. Nach 2 Tagen hat er auch verstanden, dass die Pausen zum ausruhen sind und nicht zum spielen. 😉 Jetzt rollt er sich bei jeder Pause eigentlich direkt ein und schläft ein paar Minütchen. Natürlich immer mit einem Ohr bei uns, denn es könnte ja jeden Moment weitergehen… Bentley ist in den Pausen ganz anders. Der kleine König muss auf jeden größeren Felsen klettern und in die Gegend gucken, er versucht Lemminge dazu zu motivieren aus ihren Löchern zu kommen oder er wälzt sich einfach nur durch das Moos. Er macht alles, was nix mit ausruhen zu tun hat… Naja, solange er Spaß hat, ist alles gut 😉 Schon lustig mit anzusehen, wie unterschiedlich die 2 Jungs dann doch wieder sind.

Allerdings haben wir heute auch etwas besonders ärgerliches zu berichten: Jamikos Trekkinggeschirr löst sich auf….Im wahrsten Sinne des Wortes… Einige Nähte riffeln auf und die Taschen scheuern ihre Halterungen kaputt. Das ist uns schon vor einigen Tagen aufgefallen und wir haben schon mit Leukotape und Leukoplast versucht die Nähte zu tapen, aber das hält auch nicht wirklich. Und Sinn der Sache ist es ja auch nicht, dass sich ein teures, extra fürs Trekking gemachte, Geschirr nach ein paar Tagen in seine Einzelteile auflöst. Da wir nicht genau wissen, welche Naht hier jetzt wirklich wichtig ist und wir auch keine Lust darauf haben, dass sich Jamiko aus dem Geschirr losreißt, wenn er Rentiere oder andere Tiere sieht, räumt Dany alles aus den Taschen heraus und packt es in ihren Rucksack. Ab Morgen wird Jamiko dann das Safety tragen. Das Safety-Geschirr haben wir zum Glück als Reserve eingepackt. Jetzt zahlt es sich aus, das mitgeschleppt zu haben. Nur schade ist, dass Danys Rucksack dann mal eben wieder um ein paar Kilo schwerer wird… Bentleys Futter wiegt ja doch so einiges… Aber ändern können wir jetzt eh nix dran und ärgern mögen wir uns im Moment auch nicht. Augen zu, Zähne zusammenbeißen und durch!

Mit etwas Glück können wir vielleicht diese Nacht sogar Polarlichter sehen. Der Himmel ist noch klar und es sieht nicht so aus, als wenn sich in der nächsten Zeit Wolken bilden würden. Aber warten wir es mal ab. Bis jetzt hatten wir ja noch kein Glück. Aber was nicht ist, kann ja noch werden 😉

So, das war es dann auch schon wieder 🙂

Liebe Grüße und always happy Trails,

Dany, Dennis, Bentley und Jamiko

Und wie Ihr sehen könnt: Wir haben Polarlichter gesehen 😉

2 Gedanken zu „10.09.2015, Donnerstag (Reisetagebuch Tag 7)

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