13.09.2015, Sonntag (Reisetagebuch Tag 10)

13.09.2015, Sonntag (Reisetagebuch Tag 10)

Hallo ihr Lieben!

Es ist wieder vollbracht 🙂 Tag 10 ist online.

Viel Spaß!

13.09.2015, Sonntag

An unserem morgendlichen Tagesablauf hat sich natürlich auch heute wieder Nichts verändert. Was sich eben bewährt, behält man bei …

Dafür haben wir einen kleinen & kurzen Besuch bekommen. Dennis setzt gerade das Wasser für den morgendlichen Kaffee auf, als eine Maus ihren Kopf in unser Vorzelt steckt. Als sie uns sieht, ist sie aber so schnell wieder verschwunden, wie sie auch vorbei gekommen ist. Zum Glück haben Bentley und Jamiko davon nichts mitbekommen, ansonsten hätten wir das gemütliche Frühstück wohl vergessen können… Es wäre sicherlich in einem kleinen Chaos geendet 😉

Als wir das Zelt verlassen und das Wetter begutachten, stellen wir fest, dass es anscheinend in der Nacht relativ kalt gewesen sein muss, denn auf den Pflanzen ist eine dünne Eisschicht zu erkennen. Dick eingepackt haben wir aber, die bis dahin kälteste Nacht, gut überstanden.

Die Beschaffenheit des Weges ist heute genau wie gestern: Schlamm und Planken, viele Planken…. Hoffentlich geht das nicht den ganzen Weg so, dann hätten wir am Nachmittag wieder das Problem mit dem Zeltplatz…. Bis dahin sind es aber noch ein paar Stunden und einige Kilometer, da wird sich wohl hoffentlich noch ein bisschen was an Bodenbeschaffenheit und Weg verändern.

Der Weg, den wir nun wandern,  ist wesentlich schlechter markiert, als der Kungsleden. Auf den Steinen sind zwar auch rote Punkte, allerdings sind diese z.T. fast gar nicht mehr zu erkennen. Entweder wächst eine Pflanze auf dem Stein und verdeckt den Punkt langsam aber sicher, oder die Farbe ist so ausgeblichen, dass man sich nicht sicher sein kann, ob es wirklich Farbe ist.  Da der Weg aber relativ gut ausgetrampelt ist und die Planken ein eindeutiges Zeichen sind, kann man auch hier den Weg wieder nicht verfehlen. Also ist noch alles gut.

Jamiko und Bentley tuen uns heute ein bisschen Leid, denn die Sträucher wachsen sehr nahe am Weg. Wenn Dany vorgeht, dann schlagen die Zweige immer gegen Jamiko und die Zweige die Jamiko wegdrückt schlagen gegen Bentley…. Es denkt zwar niemand an Dennis, der am Ende der Schlange wandert, aber so ist das halt. Der letzte ist einfach gekniffen 😉

Die Zwei machen alles tapfer mit und wenn wir langsam gehen, dann geht das auch so einigermaßen.

Der Weg wird dann auch wieder breiter und der Schlamm macht auch immer mehr  trockenem Boden Platz. Wir erreichen den 1. Fluss für heute und dort erwartet uns eine wirkliche „Abenteuer-Brücke“. Also keine Brücke in dem Sinne, sondern nur ein dicker Baumstamm, der quer über dem Fluss liegt. Da es ein dicker Stamm ist, stellt die Überquerung für uns Profis vom Werk allerdings kein Problem dar. Zuerst Dany, dann Jamiko, dahinter Bentley. Dennis überwacht in der Zeit professionell, dass wir keinen vergessen und alles richtig gemacht wird. Passende oder auch unpassende Kommentare gehören natürlich dazu.

Bis zu Fluss Nummer 2 ging es wieder viel bergauf und bergab, aber daran sind wir ja mittlerweile gewöhnt und meckern auch nicht mehr darüber. Den 2. Fluss müssen wir leider ohne „Brücke“ queren. Aber Mutter Natur hat ein paar große Steine im Fluss liegen lassen und so ist es auch hier wieder ein Kinderspiel auf der anderen Seite anzukommen. Laut Karte müssen wir heute noch 6 weitere Flüsse überqueren. Mal sehen, was uns da so heute noch erwartet…

Zum 3. Fluss war es sehr weit und natürlich wurde der Weg immer schlammiger. Bentley ist mit den Hinterbeinen und dem Po im Matsch versunken. Das fand der kleine König dann nicht so lustig, hat sich aber tapfer durch den Dreck gekämpft. Das ist tatsächlich das Einzige, was uns an diesem Tag nicht so gut gefällt.

Da Bentley mit den kurzen Beinchen so nah am Boden ist, ist er sehr schnell sehr dreckig und wir müssen ihn abends erst bürsten bevor er ins Zelt darf. Da bröselt so viel Dreck aus ihm heraus… das ist unfassbar. Jamiko ist auf seine Art selbstreinigend- Die Pfoten sind immer etwas dreckig, aber der Rest bleibt weiß 😉
Und Jamiko macht sich selber sauber… auf die Idee würde Bentley noch nicht mal kommen…. Wozu hat man denn sonst seine Menschen? Man ist schließlich nicht umsonst ein kleiner König.

Am Fluss 3 können wir wieder über einen Baumstamm gehen, Fluss 4 wieder über Steine und dann kamen wir zur Nummer 5. Nr. 5 lebt …oder so ähnlich…Weder Steine noch ein Baumstamm ist in Sicht. Also Augen zu und durch! So tief ist es ja nicht. An der tiefsten Stelle vielleicht bis zur Mitte der Wade.
Mit vier großen Schritten könnte man das schaffen, aber mit dem Rucksack und den glitschigen Steinen am Grund des Flusses sind es dann letztendlich ein paar mehr Schritte.
Dany ist wieder als erste rüber. Dennis hat mit Bentley und Jamiko gewartet. Wir sind so dankbar für die Gamaschen! Die haben schon wieder wunderbar dicht gehalten und können wir an dieser Stelle einfach nur empfehlen!
Dany ist trockenen Fußes auf der anderen Seite angekommen. Jetzt muss Jamiko rüber, ob der einsieht, dass man da tatsächlich durch muss? Nach einem Moment guten Zuredens und viel Motivation springt Jamiko dann das kleine Stück vom Ufer in den Fluss und flitzt schnell durch. Bentley wird selbstverständlich, ganz wie es sich für einen kleinen König gehört, von Dennis über den Fluss getragen.

Wettertechnisch wurde es ein bisschen schlechter. Langsam aber sicher bilden sich Wolken am Himmel und es zieht sich leicht zu… Hoffentlich bleibt es trocken, ansonsten wird es ja nur noch schlammiger….Eigentlich unvorstellbar, waren doch die letzte Tage so schön sonnig und trocken…

Fast direkt hinter Fluss Nr. 5 wartet schließlich Fluss Nr. 6 auf uns. Hier ist es wieder etwas schwieriger.
Der Fluss ist etwas mehr als Knietief… da wollen wir nicht einfach so durch gehen. Blöderweise ist auch keine Brücke in Sicht. Dany geht einmal rechts und links ein bisschen am Ufer entlang und hat einen riesigen platten Stein mitten im Fluss gefunden. Vom erhöhten Ufer aus kann man da drauf springen (oder einen sehr großer Schritt machen) und mit einem weiteren Hops ist man auf der anderen Seite.  Mit dem Rucksack ist der erste Schritt für Dany so nicht machbar. Also werden die Rucksäcke abgelegt.
Dany hüpft dann erstmal so auf den Stein. Der ist allerdings dann auch noch etwas rutschig, was die Sache nicht leichter macht. Dennis gibt dann mit viel Schwung den ersten Rucksack rüber und Dany verfrachtet  den Rucksack dann alleine ans andere Ufer.

Dann ist Bentley an der Reihe. Am Tragegriff und mit einem kräftigen Schwung “fliegt“ der kleine Mann rüber. Bentley wird anschließend am Rucksack auf der anderen Seite festgebunden und dann kann es mit  Jamiko weitergehen.
Der schafft es natürlich ganz alleine und ohne Hilfe rüber zu kommen und findet mittlerweile fließendes Wasser nicht mehr so gruselig. Anschließend wird das gleiche Spiel mit dem zweiten Rucksack noch gemacht und dann kann Dennis endlich rüber.

Kurz nach dieser Überquerung finden wir einen sehr schönen Zeltplatz. Man sollte dies kaum für möglich halten, aber die Landschaft hat sich dann doch noch glücklicherweise etwas geändert. Und tatsächlich haben wir heute das geschafft, was wir schaffen wollten und haben alle 6 Flüsse hinter uns gelassen. Und das Tolle an der Sache: Es ist erst 15Uhr! Natürlich könnten wir jetzt noch weiter gehen, aber bis zum nächsten Fluss sieht es auf der Karte weit aus und wir haben ja so einen schönen Zeltplatz gefunden, da muss man die Gelegenheit ja einfach nutzen…
Jamiko ist, während wir das Zelt aufbauen,  wieder innerhalb von 3 Minuten eingeschlafen. Wir lassen ihn so lange es geht liegen und machen zuerst Bentley sauber. Dann packen wir beide Hunde in ihre „Schlafklamotten“ und dann geht es ab ins Zelt. Keine 5 Minuten später sind beide tief und fest  am Schlafen. Das haben sie sich heute aber auch verdient.
Dany ist nochmal zurück zum Fluss und hat sich wieder die Haare gewaschen. Das T-Shirt ist auch mal wieder dran und somit kann der Katzenwäsche nichts im Wege stehen 😉 Wäre da nicht das Problem mit der Temperatur des Wassers: Haare waschen tut einfach so weh! Wenn man sich das kalte Wasser über den Kopf schüttet,  sticht es einem wie Nadeln…
Aber: Danach fühlt man sich doch eindeutig besser. Das T-Shirt steht im Vorzelt wieder auf den Trekkingstöcken und trocknet vor sich hin. Das Wetter scheint sich auch nicht zum Schlechten zu entwickeln. Die Wolken sind zwar noch da, aber es sieht aktuell nicht nach Regen aus und ein bisschen schaut auch die Sonne immer mal wieder durch die Löcher raus. Der Wind vertreibt auch glücklicherweise die Mücken… Richtig angenehm.

Eigentlich hatten wir gehofft, dass wir am morgigen Tag schon die Vistatsstugan erreichen können. Dort würden wir dann auf dem Zeltplatz schlafen und könnten uns die Sucherei nach Wasser und einem geeigneten Platz sparen.
Dennis geht aber davon aus, dass der Weg noch zu weit ist. Müssen wir morgen mal schauen, wie wir vorwärts kommen. Bis hierhin ließ sich der Weg so mittelprächtig gehen. Es sind zwar nicht zu viele Steine auf dem Weg, aber durch das steile bergauf und bergab kommen wir nur langsam voran. Besonders bergab dauert es länger, da man mit dem Rucksack ja auch schneller ins Rutschen kommt. Das Gestrüpp rechts und links zerrt auch ganz gut an der Kleidung, sowie an den Rucksäcken. Beinahe hätte Dany heute ihre Kamera verloren. Um ehrlich zu sein, ist es sogar so weit gekommen, denn sie hat sie unbemerkt verloren und Dennis hat sie dann hängend im Busch gefunden. Ein ganz gemeiner Busch hat die Seitentasche der Hose, in welcher die Kamera steckte, aufgemacht und ein anderer Busch hat sich das Bändchen der Kamera geschnappt und sie aus der Tasche gezogen. Zum Glück hat Dennis das bemerkt! Das wäre total schrecklich gewesen, die zu verlieren. Und wiedergefunden hätten wir die bestimmt nicht… Die Kamera an sich wäre nicht schlimm gewesen, aber die Bilder auf der Speicherkarte wären weg gewesen…und das wäre mehr als ärgerlich gewesen…

Heute beschließen wir auch, dass wir die Tour abändern werden. Wir werden den Abstecher über Lapporten auslassen, das geht mit Dennis‘ Knie so nicht. Wir werden so gehen, dass wir wieder an der Alesjauestugorna vorbei gehen und dann den Rest des Weges wieder auf dem Kungsleden zurück nach Abisko wandern. So laufen wir zwar die gleiche Strecke wie an den ersten 3 Tagen, aber das ist nicht schlimm. Da war es ja auch schön 😉 Außerdem hat sich innerhalb der letzten 10 Tage die Natur so stark in ihren Farben geändert, da wirkt der Teil des Weges bestimmt ganz anders.

Wenn das alles so klappt, dann sollten wir vormittags in Abisko ankommen. Nach der Tour wollen wir die restlichen Tage noch in Ferienhäusern auf zwei Campingplätzen verbringen. Das entspannt die Rückfahrt und wir haben Zeit uns wieder an das „normale“ Leben zu gewöhnen.
Unser erster geplanter Stopp ist in Gällivare (ca. 320 km von Abisko entfernt). Wenn wir nun vormittags in Abisko ankommen, dann können wir entspannt zum Ferienhaus fahren, duschen und dann noch einkaufen.
Das klingt nach einem guten Plan!

Zum Abendessen gibt es heute??? Überraschung: Reis für Dany und Nudeln für Dennis

Bentley ist im Übrigen ein super „Gibt-es-heute-Polarlichter?-Wecker.“ Der kleine  Kerl macht Dany des Öfteren nachts wach, um in den Schlafsack zu krabbeln oder wieder raus zu wandern, je nachdem, ob ihm zu kalt oder zu warm ist. Dany nutzt dann die Gelegenheit und guckt aus dem Zelt in den Nachthimmel.
Vielleicht haben wir ja irgendwann nochmal Glück und sehen wieder Polarlichter. Jamiko ist nachts relativ pflegeleicht. Ab und zu muss man ihn wieder mit seinem Schlafsack zudecken, aber meistens bleibt er so liegen, wie er eingeschlafen ist….genauso wie Dennis 😉

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