15.09.2015, Dienstag (Reisetagebuch Tag 12)

15.09.2015, Dienstag (Reisetagebuch Tag 12)

Hallo ihr Lieben,

endlich geht es mit Tag 12 unserer Reise weiter 🙂

Viel Spaß!

15.09.2015, Dienstag

Wie könnte es auch anders sein? Über Nacht hat es wieder geregnet und wir müssen schon wieder ein nasses Zelt abbauen und einpacken. Wirklich keine schöne Sache und mit den Mücken, die uns morgens ständig belästigen, ist das auch kein Vergnügen. Immerhin regnet es an diesem Morgen nicht, denn der Regen hat irgendwann gegen 04:30 Uhr aufgehört. So organisieren wir das Ganze wieder so, wie wir es in den letzten Tagen bei der Mückenplage immer getan haben. Dennis läuft mit den Jungs den Weg auf und ab und Dany baut währenddessen das Zelt ab.
Wir haben also wieder einen etwas hektischen Aufbruch, damit keiner von uns von den Mücken gefressen wird 😉

Wir haben uns am gestrigen Abend, zu später Stunde dazu entschlossen, dass wir gerne schon am Samstag in Abisko ankommen wollen. Geplant war, dass wir Sonntag gegen Mittag in Abisko ankommen, dann nach Gällivare fahren und dort ein paar Tage im Ferienhaus bleiben. Wie das aber so ist… Ein Plan ist nie perfekt: Wir haben nicht daran gedacht, dass normalerweise Sonntags die Geschäfte geschlossen haben. Wo sollen wir denn dann einkaufen, wenn wir ankommen? Dumme Sache… Haben wir nicht drüber nachgedacht… Also wollen wir versuchen einen Tag früher in Absiko anzukommen. (Hätten wir gewusst, dass die Geschäfte zum Teil auch Sonntags geöffnet haben…. naja, hätten wir vorher mal besser recherchiert 😉 )
Handyempfang haben wir auch sicherlich am Freitag schon, da sind wir ja wieder in der Nähe der Zivilisation. Dann wollen wir beim Campingplatz anrufen und fragen, ob wir das Haus auch schon eine Nacht früher haben können. Da wir zum Ende der Saison unterwegs sind, sollte das hoffentlich kein Problem darstellen. Ansonsten bleiben wir einfach eine Nacht in der Abisko Touriststation. Irgendwas werden wir schon finden.
Aber erstmal müssen wir es schaffen mehr zu wandern, als geplant 😉

Unser Plan ist, heute und morgen etwas weiter zu wandern als ursprünglich gedacht, dann könnte das vielleicht sogar schon ausreichen um den halben Tag heraus zu laufen. Wir müssen nur endlich mal los.

Gegen 13 Uhr sind wir tatsächlich schon bei der Vistasstugan angekommen. Leider mussten wir feststellen, dass die Stugan seit Vorgestern geschlossen hat. Wie ärgerlich…wir können also wieder keinen Patch kaufen… :-/
Immerhin können wir unseren Müll entsorgen…
Bei der Gelegenheit haben wir auch mal in den Raum geschaut, der für Wanderer mit Hund zur Übernachtung vorgesehen ist. Total schön! Da könnten wir direkt eine Woche hier bleiben!
Super gemütlich, alles vorhanden was man so braucht und natürlich ist die Lage auch wunderschön. Mit bester Aussicht auf die Berge und den davor fließenden Fluss!

Wir legen hier an der Vistatsstugan dann einen längere Mittagspause ein und ruhen uns auf den Bänken an der Stugan aus. So langsam kommt auch die Sonne immer mehr zum Vorschein, so dass wir ein ausgiebiges Sonnenbad nehmen können 🙂
Zum Glück lassen uns die Mücken in Ruhe, denn hier weht ein stetiger aber leichter Wind.
Nach einer guten Stunde Pause, müssen wir aber weiter…so schön, wie der Platz hier ist, aber es steht noch einiges an Wegstrecke vor uns auf dem Programm.

Heute ist, so nebenbei bemerkt, unser „Wir-fallen-mal-hin-Tag“:
Dennis ist auf nassen Planken ausgerutscht, Dany ist über einen Stein gestolpert, der den Fuß nicht loslassen wollte und die Jungs haben auch den ein oder anderen Fehltritt gemacht. Bentley ist wieder in ein kleines Matsch-Wasser-Locher gefallen, bis zur Brust ist der kleine König versunken :-/
Natürlich ist er dabei richtig dreckig geworden und in dem langen Fell bleibt so einiges hängen. Bis zum Abend sind immer mal wieder getrocknete Matschbrösel von Bentley abgefallen.
Nach der Vistatsstugan ist der Weg mäßig bis gar nicht mehr markiert. Trotzdem kann man sich hier eigentlich nicht verlaufen, denn es gibt nur diesen einen Trampelpfad. Wenn dann ab und an noch Planken in Sicht kommen, dann sind wir auch sicher, dass wir auf dem richtigen Weg sind 😛

Ist trotzdem ein komisches Gefühl, wenn von jetzt auf gleich gar keine Markierungen mehr kommen.
Etwas wuseliger wird es immer dann, wenn viele Leute verschiedene Möglichkeiten genutzt haben, um letztendlich wieder auf den gleichen Weg zu kommen. Zum Beispiel bei der Umrundung von größeren Schlammfeldern… Man kann dann aus gefühlten 15 kleinen Trampelpfaden, die aber schlussendlich alle wieder auf den „Hauptweg“ führen, sich einen aussuchen… Etwas wirr, aber machbar.
Gegen 15:30 Uhr erreichen wir dann auch schon die Stelle, an der wir heute ursprünglich unser Zelt aufbauen wollen. Auf Grund der Tatsache, dass wir aber Zeit und Weg rausholen wollen, wandern wir aber dann noch 30 Minuten länger und finden dabei (mal wieder) DEN Zeltplatz schlechthin!

Ringsherum Berge, ein perfekt erreichbarer Fluss, eine fast ebene und sehr große Fläche für unser Zelt, eine sehr gut vorbereitete Feuerstelle und ausreichend Holz, um tatsächlich ein Lagerfeuer entfachen zu können. Jackpott!!! Fast zu schön, um wahr zu sein! Aber es ist tatsächlich so! Wir träumen nicht und wären echt blöd, wenn wir daran vorbeilaufen.
Also schnell die Rucksäcke abgeworfen und ran an den Zeltaufbau! Bevor es dann für Bentley in das Zelt geht, bürsten wir ihn so gut es geht durch und machen ihn soweit es geht sauber, aber so richtig will das alles nicht funktionieren… So ist das halt…Es bleibt uns nix anderes übrig: also rein ins Zelt mit dem kleinen Waldschrat 😀

Wir hatten heute im Laufe des Tages immer wieder bedenken, dass wir wieder einen „ungemütlichen“ Zeltplatz nehmen müssen, denn in den Wäldchen ist aufgrund der Bäume kein richtig guter Zeltplatz zu finden gewesen… oder es war einfach zu sumpfig.
Sobald wir aus den Wäldchen raus waren, gab es meistens zu viele zu große Felsen und auch da konnten wir das Zelt nicht aufstellen.  Letztendlich haben wir aber doch richtig Glück!

Der Plan für morgen sieht dann so aus, dass wir versuchen einige Kilometer hinter der Alesjaurestugorna zu kommen. Falls das klappt, sollten wir es auch schaffen am Samstag in Abisko anzukommen. Alesjaurestugorna klingt bekannt, oder?
Richtig! Denn genau da waren wir am dritten Tag unserer Reise schon einmal. Wir haben uns für den Rückweg gegen Lapporten entschieden. Das wird zu anstrengend und dauert auch zu lange. Außerdem sieht es so aus, als würde Dennis Knie der Belastung da nicht stand halten und die Aktion wäre eher Quälerei als Urlaub.
Ab der Alesjaurestugorna werden wir also wieder den gleich Weg gehen, den wir zu Beginn unserer Tour genommen haben. Nur in die andere Richtung eben…

Die Jungs haben wir beide ins Zelt gepackt, denn die waren einfach nur müde und sind auch sofort eingeschlafen.
Bei schönstem Wetter können wir zwei dann auch richtig entspannen. Ein leichter Wind vertreibt die Mücken und wir genießen die Ruhe und den Frieden hier draußen…

Wir entschließen uns dann dazu ein Lagerfeuer zu entfachen. Mit etwas Geduld, vielen Streichhölzern und ein bisschen Fingerspitzengefühl, bekommen wir es dann auch hin, ein Feuer zu entfachen.
Die Sonne ist langsam hinter den Bergen verschwunden und wir können uns am Feuer wärmen. Fehlt nur noch ein kleiner Snack vor dem Abendessen…“Moment, da haben wir doch noch was…“ meint Dennis und verschwindet nochmal kurz in Zelt. Als er wieder kommt, bringt er die noch übrigen kleinen Cabanossiwürstchen mit. Die werden dann tatsächlich auf eine Stock aufgepieckst und über dem Feuer geröstet.
Lecker und spaßig zugleich 🙂

Natürlich haben wir wie Räuchermännchen gerochen, aber das war dann auch mal eine nette geruchliche Abwechslung! 😛

Ein richtig schöner Abschluss für den heutigen Tag. Nach den zwei blöden Zeltplätzen in den letzen Nächten haben wir uns das aber auch verdient…

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