16.09.2015, Mittwoch (Reisetagebuch Tag 13)

16.09.2015, Mittwoch (Reisetagebuch Tag 13)

Hallo ihr Lieben!

fast ist es geschafft, die letzten Tage sind fast fertig. Die Reise ist bald zu Ende.

Viel Spaß mit unserem letzten Mittwoch in freier Natur!

16.09.2015, Mittwoch
Die Nacht war nicht so berauschen… Es war total windig, zum Teil sogar richtig stürmisch. Das Zelt hat komplett vibriert und im Wind geflattert. Die Heringe haben aber prima gehalten… da haben wir also alles richtig gemacht 🙂
Man konnte richtig hören, wie die Windböen das Tal hinauf gerauscht sind, bevor sie das Zelt erfasst haben. Einen Vorteil hat der Wind aber natürlich: Das Zelt ist über Nacht wieder knochentrocken gepustet worden.
Heute haben wir ein längeres Stück Weg vor uns und wir stehen dementsprechend auch ein bisschen früher, als sonst. Die Wolken hängen aktuell immer noch dick und schwer im Tal. Fast bis auf den Boden…
Natürlich muss es, während wir gerade im Zelt frühstücken, wieder anfangen zu nieseln. Die kleinen Tröpfchen prasseln munter gegen die Zeltwand.
Also gibt es wieder nix mit einem trockenen Außenzelt und wir können nachher wieder Innen- und Außenzelt getrennt einpacken. Irgendwie war das klar…so lief es ja schon die ganze Zeit. Alles andere wäre ja auch zu einfach gewesen…
Nach dem Frühstück packen wir schnell alles ein und ziehen die Regenhüllen über die Rucksäcke. Bentley und Jamiko tragen ihre Regenmäntel.
Noch verzichten wir auf unsere Regenkleidung, denn so schlimm ist der Regen nicht.
Los geht es also durch das Tal, mal entlang am Fluss und mal über die Brücken des Flusses. Der Weg scheint definitiv nicht langweilig zu werden.
Wir wandern so zügig, dass wir uns immer knapp vor dem Regen aufhalten.
Wenn wir eine kleine Pause einlegen, dann warten wir meist so lange, bis es wieder leicht zu nieseln anfängt und gehen dann wieder los. Man kann den Wolken richtig zusehen, wie sie sich langsam durch das Tal in unsere Richtung schieben. Schon spannend das zu beobachten. Irgendwann erreichen wir dann auch mal wieder eine Brücke. Die Brücke ist schon etwas höher als die, die wir bisher überquert haben, aber Jamiko stapft einfach munter drauf los und drüber. Das Wackeln und Schwanken der Brücken scheint ihm gar nichts mehr auszumachen.

Guter Junge 🙂
Direkt hinter der Brücke geht es richtig steil aufwärts.
Da nimmt Dany dann doch endlich mal wieder die Zugkraft von Jamiko in Anspruch.
Das funktioniert auch super. Jamiko hat Spaß und Dany ist den Berg schneller rauf gekommen.
Dennis hingegen, muss da alleine rauf…und zeitweise sieht es eher danach aus, als würde er die Zugmaschine für Bentley sein.
Auf dem weiteren Weg, entdecken wir zwischen zwei Seen eine verlassene Sami-Hütte. Sie scheint eine zeitlang als Unterschlupf gedient zu haben, dies aber auch schon vor längerer Zeit…
Dort machen wir dann auch die erste große Pause des Tages. Länger bedeutet hier so 20 Minuten, denn dann kommt der Regen wieder.
Mit dem Regen im Nacken brechen wir dann wieder in Richtung Alisjävri auf.
Diese kleine Sami-Siedlung, die nur wenige Monate im Jahr bewohnt ist, befindet sich direkt am Hang der Berge. Hier leben die Sami im Herbst und Frühjahr, während die Rentiere eingefangen und markiert werden.
Kurz vor dem Dorf finden wir unseren alten Freund, den roten Punkt, wieder. Also sind wir auch dem richtigen Weg.
Durch Gestrüpp und über einige kleine Flüsse schlagen wir uns, um dann wieder an einen Punkt unserer Reise zu gelangen, an dem wir vor ca. 9 Tagen schon einmal gestanden haben. Wir sind wieder an der Brücke der Alesjaurestugorna. Die Stugorna thront über uns, auf dem kleinen Berg. Irgendwie ein merkwürdiges Gefühl…irgendwie sieht alles gleich aus, aber irgendwie dann doch nicht. Die Farben der Blätter an den Bäumen sind zumindest nicht mehr grün, sondern erstrahlen in roten und goldenen Farben. Wir erkennen aber trotzdem alles wieder. Wo müssen wir lang? Achja die Brücke…
Also alle Mann über die Brücke und rauf zur Stugorna!
Den ziemlich steilen Anstieg bis zur Stugorna schaffen wir zum Teil nur auf Händen und Knien, aber wir schaffen ihn. Japsend kommen wir oben an und direkt steht die Stugwärtin in der Tür und begrüßt uns wild winkend.
Nach kurzer sprachlicher Verwirrung, einigen wir uns darauf auf Englisch zu kommunizieren und sie winkt Dennis zu sich in die Hütte. Und was passiert?
Dennis hat zwei Becher mit Erdbeertee geschenkt bekommen 🙂 Total klasse und super nett!
In der Hütte sind noch zwei weitere Wanderer und alle sind interessiert daran, wo wir herkommen und wo wir wieder hin gehen.
Die Hunde sind natürlich auch ein beliebtes Gesprächsthema.
-„Wo schlafen die denn?“
-„Was essen die denn?“
-„Schaffen die die Strecke?“
-„Hält der kleine Hund das durch?“
-„Friert der Große nicht?“
Und noch 100 andere Fragen. Die Stugwärtin gesellt sich dann draußen zu uns, um mit den Jungs noch ein bisschen zu spielen…
Nach anfänglicher Skepsis hat sich Jamiko auch ordentlich durchkraulen lassen.
Für 60 SEK kaufen wir im Shop noch 6 Tütchen mit Suppe.
Hauptsache mal was anderes essen!
Kartoffellauchsuppe und Gemüsesuppe steht dann also heute auf dem Speiseplan.
Gegen 15:30 Uhr brechen wir von der Stugorna wieder auf, der Kungsleden hat uns wieder! Ein paar Kilometer wollen wir heute noch schaffen.
Ab jetzt laufen wir auf bekannten Wegen, aber wenn man in die andere Richtung geht, dann sieht alles doch irgendwie anders aus. Bekannt und unbekannt zugleich… Ein merkwürdiges Gefühl macht sich breit. Bald neigt sich unser kleines Abenteuer dem Ende zu. Man wird irgendwie wehmütig…Während der Tour ist man begeistert und freut sich und während der kalten, regnerischen Tage denkt man, dass es nichts schöneres jetzt gäbe, als ein warmes Häuschen zu haben…doch jetzt ist einem alles egal, das Wetter auch…denn plötzlich merkt man: Bald hat uns der Alltag wieder und alles geht seinen bekannten  Weg…

Wir sind auf den letzten Kilometern, noch ein paar Nächte im Zelt und dann müssen wir langsam wieder gen Heimat aufbrechen…Ging dann zum Ende hin doch alles sehr schnell.
Gegen 16:30 Uhr erreichen wir dann auch unseren angepeilten Zeltplatz. Über unser heutiges Tempo waren wir selber etwas überrascht, aber mit leichtem Gepäck läuft es sich eben schneller 😉
Morgen wollen wir bis zur Abiskojaurestugan wandern. Das sollten wir ohne Probleme schaffen, geschätzt sind es auch nur noch knappe 14 km bis dorthin.
Wir wollen morgen Nachmittag versuchen den Campingplatz anzurufen, um das Ferienhaus ab Samstag zu buchen. Vorausgesetzt wir haben unterwegs Handyempfang. Den haben wir ja hier kaum…
Ansonsten müssen wir mal in der Stugan fragen, ob es da ein Telefon gibt. Aber so weit ist es ja noch nicht, erstmal dort ankommen 😉
Heute Abend essen wir alle etwas Besonderes. Für die  zwei Menschen gibt es noch zusätzlich ein Süppchen und die Hunde bekommen einen Beutel Kartoffelpüree unter ihr Futter gemischt.
Die Zwei freuen sich sichtlich auch mal was anderes zu bekommen. Und warm war es auch noch!
Dany wäscht sich zur Feier des Tages nochmal die Haare, das wird dann wohl das letzte Mal „outdoor-washing“ gewesen sein. Als nächstes gibt es dann eine richtige Dusche, mit Shampoo und allem Drum und Dran im Ferienhaus…aber bis dahin sind es noch ein paar Tage.
Noch sind wir draußen…auf Tour…

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