19.06.2016: Auf dem X2 von Grevenbroich nach Neuss

19.06.2016: Auf dem X2 von Grevenbroich nach Neuss

Letzten Sonntag war es endlich mal wieder soweit…es ging für uns alle mal wieder auf eine längere Wanderung. Wohin, das stand schon etwas länger fest und hatten wir ja bereits am Donnerstag vorher angekündigt.
Wir wollten einen Teil des X2 von Grevenbroich nach Neuss bewandern. Der X 2 (Arnold-Mock-Weg) ist ca. 180 km lang und beginnt in Kleve am Niederrhein und führt bis nach Düren, zum Nordrand der Eifel.
Unsere Strecke sollte um die 20 km lang sein und beginnt in Grevenbroich kurz vor dem Eintritt in die Innenstadt und endet in Neuss am Obertor.
Das Dumme an Wanderungen (die kein Rundweg sind) ist allerdings, dass man vom Endpunkt auch irgendwie wieder nach Hause kommen muss. Da haben wir dann ganz tief in die Trickkiste gegriffen, denn mit zwei Rucksäcken und  drei Hunden wollten wir nicht mit dem Zug nach Hause fahren.
Trick 17 war also das Auto bei Dennis Eltern zu parken, den Schlüssel abzugeben und uns dann ganz entspannt am Nachmittag von Dennis Papa in Neuss abholen lassen.
Schwiegerpapa war dann auch so lieb und hat uns, trotz kleinerer Schwierigkeiten eingesammelt.

Aber nun wollen wir erstmal am Anfang des Tages starten…
Um 6:45 Uhr aufstehen, schnell den Backofen für die Brötchen vorheizen und in der Zwischenzeit einen Kaffee trinken. Nachdem die Brötchen geschmiert, die Wasserflaschen gefüllt und der Süßigkeitenvorrat aufgefüllt war haben wir uns und die Jungs in die Wanderklamotten geschmissen.
Bei uns waren das die langen Hosen von Fäll Raven, T-Shirt und natürlich die Wanderschuhe.
Die Jungs haben wir in ihre Zuggeschirre gesteckt. Bentley und Jamiko haben noch das Halsband mit Namen und Telefonnummer anbekommen. Für Scotty werden wir bald auch solch ein Halsband machen lassen, da wir allerdings seine Endgröße noch nicht genau kennen, wollen wir noch ein bisschen abwarten.
Bauchgurte und Zugleinen sind dann noch zusammen mit den Rucksäcken auf die Rückbank gewandert, die Hunde im Kofferraum verschwunden und dann haben wir die „Wahnsinnsfahrt“ von knapp 5 Minuten nach Grevenbroich angetreten. Wir wurden auch schon erwartet.
Wie gesagt, haben wir den Wagen bei Dennis Eltern vorm Haus geparkt. Damit wir den Autoschlüssel nicht in den Briefkasten werfen mussten, haben wir ein Klingelzeichen vereinbart und der Autoschlüssel wurde dann abgeholt…

Man kommt sich schon ein bisschen wie ein Dealer vor- zumindest stellt man sich das so vor 😉
Nachdem wir dann startbereit waren, haben wir noch die Route in unserem Garmin Oregon 600 GPS Gerät gestartet. Nur auf die Wegmarkierungen wollten wir uns dann doch nicht verlassen. Nachher würden wir etwas übersehen und dann müssten wir noch einen Umweg gehen. Bei solch einer längeren Strecke wollten wir das, wenn möglich vermeiden. Und was fällt dem aufmerksamen Leser nun auf?

Genau- das „wenn möglich“… Naja, es sei gesagt, dass es uns trotz Wegmarkierungen und GPS gelungen ist, vom richtigen Weg ab zukommen… dazu aber später mehr.

Der Weg an sich ist eigentlich sehr angenehm zu gehen, denn es geht sehr viel parallel zum kleineren Fluss Erft.
Die Erft ist ein Nebenfluss des Rheins und ist ungefähr 106 km lang.
Die ersten paar Kilometer haben wir noch alleine mit den Jungs zurückgelegt. In Wevelinghoven sind dann Anja und Stefan mit ihrer Jacky und Anny dazu gestoßen und haben uns auf den nächsten Kilometern begleitet.
Bis Wevelinghoven war der Weg, trotz des ständigen Regens der letzten Tage, noch super begehbar. Ab Kloster Langwaden wurde es dann langsam matschiger. Es war soweit noch ok, aber ab und an ist man auch ein bisschen ins Rutschen gekommen.
Der Weg führt auch an Schloß Hülchrath vorbei. Dieses am Gilbach gelegene Wasserschloss, geht auf eine Burg des 12. Jahrhunderts zurück. Man kann den Hofbereich der Vorburg und die Außenanlagen unentgeltlich besichtigen. Wer noch nicht da war, sollte auf jeden Fall mal einen Blick riskieren.
Allerdings hätten wir uns auf diesem Stück des X2-Wanderweges eine Machete als Wegbegleiter gewünscht. Zum Teil waren die Brennnesseln und andere Pflanzen mit Dornen (ab jetzt nennen wir es mal „Dornen-Ding“) Mannshoch. Die Brennnesseln waren da das kleinere Übel, denn die „Dornen-Dinger“ wachsen einfach mal quer über den Weg. Mensch und Hund haben da den ein oder anderen Kratzer abbekommen.
Der Teil des Weges ist dann im Herbst oder Winter wahrscheinlich schöner zu gehen. Was uns auch ein bisschen Sorge bereitet hatte, waren die Hufabdrücke im feuchten Boden. Der Weg war teilweise grade mal so breit, dass man selber da durchgepasst hat.
Was wir getan hätten, wenn uns da jemand auf einem Pferd entgegenkommt- Keine Ahnung.
Aber wir hatten Glück und keinen Gegenverkehr. Natürlich wurde der Weg auch irgendwann wieder breiter und besser begehbar.
Anja und Stefan haben sich dann etwas später mit den Mädels in Richtung Hülchrath von uns verabschiedet. Die Vier sind knappe fünf Kilometer mit gelaufen und außerdem mussten sie ja auch wieder zurück.

Also haben wir dann ab hier den Rest des Weges alleine zurückgelegt.
Zwischenzeitlich haben wir dann auch ein kleines Hüngerchen verspürt und zu unserer großen Freude haben wir einen kleinen Fußballbolzplatz gefunden, der auch eine Bank zu bieten hatte.
Schnell haben wir uns da niedergelassen. Scotty und Bentley haben sich ziemlich schnell hingelegt und ausgeruht. Jamiko musste erst seine Decke haben, damit er einigermaßen entspannen konnte.
Etwas mehr als eine Stunde haben wir dort Mittagspause gemacht. Die Brötchen, die wir heute morgen geschmiert hatten, waren natürlich  nicht mehr ganz so frisch, aber es war essbar. 😉
Für jeden gab es außerdem noch einen Müsliriegel und ein bisschen Cola und schon kam es einem gar nicht mal so vor, als wenn man schon 10 km gewandert wäre.
Mit dem Wetter hatten wir natürlich auch mega viel Glück. Es war zwar bewölkt, aber es hat nicht geregnet.
Uns hat es eher gestört, dass zum Nachmittag hin und wieder mal die Sonne hervor kam, denn es wurde schnell so warm und im Wald recht schnell schwül.
Meine Brille ist vom Nichtstun beschlagen gewesen, das war etwas nervig und man kam richtig in schwitzen.

Nach unserer Pause ging es dann wieder zurück auf den X2. In der Nähe der Museums Insel Hombroich ist es uns dann passiert. Wir haben plötzlich kein X mehr gesehen…

„Da ist doch eine Brücke, lass uns mal rübergehen und schauen. Wenn wir nach rechts abbiegen müssen, kann es ja da sein.“
„Nein, die Karte auf dem GPS sagt, dass es vor der Brücke ist.“
„Da ist aber kein Weg.“
„Doch, das ist ein Weg, hier ist was platt getrampelt.“
So klang dann unser kleiner und kurzer Kriegsrat…
Also sind wir in den vermeintlichen Weg eingebogen und tatsächlich war da ein kleiner Trampelpfad. Dieser stammt aber wohl von Wanderern, die den gleichen Gedankengang hatten wie wir, denn plötzlich hörte der Weg auf und wir standen auf einer grade neu aufgeforsteten Lichtung…
War ja klar, dass wir es schaffen trotz GPS und Markierung falsch zu laufen. „Dornen-Dinger“ waren natürlich auch zu Hauf da und Brennnesseln gab es auch in Hülle und Fülle. Was macht der tapfere Wandersmann/ die tapfere Wanderfrau? – Richtig! Bentley unter den Arm klemmen und weiter gehen. Denn zurück wäre ja zu einfach und gleichzeitg ein Eingestädnis von Versagen 😉
So schlimm war es dann aber doch nicht, wir mussten nur knapp 20 Meter durch Gestrüpp und dann sind wir auch wieder auf einen Feldweg gelangt. Ein bisschen zerfleddert haben wir dann da erstmal noch eine Trinkpause gemacht und so getan als wüssten wir, wo wir grade sind und wo wir hin wollen 😉
Aber tatsächlich waren wir gar nicht falsch, denn auf diesen Feldweg hätten wir eh gehen müssen. Vielleicht ist die Karte, die wir heruntergeladen haben auch nicht mehr ganz aktuell, denn auf den kleinen Pfad sind ja anscheinend schon genug andere Leute vor uns hereingefallen. Auf den Rest des Weges haben wir dann auch ein bisschen besser aufgepasst und alle Markierungen gefunden.

Was uns noch ein bisschen gestört hat war, dass man ein kleines Stück des Weges in Eppinghoven auf der L154 gehen muss. Es gibt keinen Gehweg und zuerst dachten wir, dass wir wieder falsch sind, aber als wir noch andere Spaziergänger gesehen haben, war uns klar, dass das unser Weg ist. Mit 3 Hunden ist das dann doch schon zu aufregend, die Autofahrer haben alle Rücksicht genommen, aber trotzdem wandert es sich alles andere als entspannt auf einer Landstraße. Zur Erholung haben wir dann nochmal eine längere Pause (~ 30 Minuten) gemacht.
Hier hat Dennis auch ein kleines Zeitraffer Video gemacht=> Link zum Zeitraffer
Das Drehstativ der Marke Eigenbau kann man im Film ganz gut erkennen. Was es aber genau ist und wie man es sich ganz leicht selber bauen kann, das wird Dennis in einem separaten Beitrag beschreiben.
Ab da ging es dann auch relativ schnell und wir waren schon in Neuss Selikum. Der Selikumer Parkt ist übrigens auch ganz schön anzusehen. Kann man sich mal merken, und noch einmal hin.
Wir waren auch höhenmetertechnisch einmal ganz tief unten und einmal ganz weit oben, denn der Weg führt auch unter der Autobahn A57 durch und dank einer richtig hohen Brücke konnten wir dort entlang laufende Bahnschienen überwinden.
Es ging dann noch ein Stückchen an der Erft vorbei und durch den Neusser Rosengarten und dann standen wir nach guten  7,5 Stunden am Obertor.
Schwiegerpapa haben wir mit entsprechend viel Vorlaufzeit angerufen und eigentlich hätte er schon am Obertor sein sollen oder zumindest kurz davor. So standen wir nun am Obertor und haben gewartet… und gewartet… Glücklicherweise ist man heutzutage ja mobil unterwegs und so haben wir uns mal angerufen.
„Ich bin am Tor. Da beim Kreisverkehr.“
Wir haben uns daraufhin mal umgesehen und ein bisschen fragend angeschaut: hier ist doch gar kein Kreisverkehr… Nach kurzem hin und her haben wir dann festgestellt, dass Neuss ja viele Tore hat. Unter anderem eines, bei dem ein Kreisverkehr in der Nähe ist. Das ist aber leider nicht das Obertor 🙂
Knappe sechs Minuten später war unser Auto mitsamt Schwiegerpapa dann am Obertor!
Die Jungs haben sich total gefreut und sofort im Kofferraum eingerollt und geschlafen. Die Rückfahrt war dann im Vergleich zum Hinweg super kurz. Knapp 25 Minuten später waren wir auch schon wieder zu Hause.
Da merkt mal mal wie schnell alles in der heutigen Zeit geht.
Wir haben den Tag genutzt und gut entschleunigt – Müde, aber auch ein bisschen stolz sind wir wieder zu Hause angekommen und die Jungs liegen jetzt in ihren Körbchen und schlafen- Es war ein für uns ein rundum erfolgreicher Tag!


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