05.10.2016: Partnachklamm und Eckbauer

05.10.2016: Partnachklamm und Eckbauer

Tatsächlich klingelt heute morgen der Wecker um 06:00 Uhr. Draußen ist es noch stockdunkel und recht frisch, so um die 3 Grad Celsius.
Mühevoll quälen wir uns aus dem warmen Bett. Jamiko hatte es sich in der Nacht am Fußende und Bentley auf dem Kopfkissen von Dany gemütlich gemacht. Scotty hat den Boden als Schlafplatz für die Nacht auserkoren.
Die Drei bewegen nicht einen Muskel als der Wecker klingelt…warum auch 😉
Erst als Dany der Temperatur entsprechend angezogen ist und eine Leine in der Hand hat, kommt Bewegung in die Truppe.
Nacheinander gehen alle mal raus und dürfen das erledigen, was man im Wohnwagen besser bei sich behält.
Dennis bereitet in der Zeit das Frühstück vor, welches dann auch direkt verköstigt werden darf.
Heute wollen wir zur Partnachklamm. Dazu müssen wir nach Garmisch zur Olympiaschanze, dort ist (laut Reiseführer) der Ausgangspunkt der Wanderung.
Die Rucksäcke sind schnell gepackt und die Jungs gehen freudig in den Kofferraum. „Heute passiert wohl wieder was spannendes“, so würden wir mal den Gesichtsausdruck interpretieren 😉
Nach knapp 15 Minuten Autofahrt sind wir auch schon am Parkplatz. Außer uns ist es hier aber noch komplett leer. Was will man auch um kurz nach 8 Uhr erwarten?
Natürlich darf man nicht kostenlos parken, aber wir sind freudig überrascht als der Automat den Preis verkündet: 2,50 € für einen Tag- Da kann man nicht meckern.
Das Parkticket ist schnell gelöst, im Auto plaziert und dann darf die Bande aus dem Kofferraum.
Ein Pärchen an der gegenüberliegenden Bushaltestelle beäugt uns etwas skeptisch, sagen tun sie aber nix. Das ist uns hier schon öfters aufgefallen. Mit drei Hunden ist man hier anscheinend eine Seltenheit.
Generell müssen wir sagen, haben wir bisher nicht viele Hunde gesehen. Gut, wir sind auch erst zwei Tage hier, aber je nachdem wo man ist, hat man am ersten Tag schon gefühlte 100 Hundebegegnungen. Hier haben wir bisher vielleicht fünf Hunde getroffen.
Die Olympiaschanze wollen wir uns nachher nochmal in Ruhe ansehen. Die Jungs wollen los, da haben wir jetzt für Sightseeing keine Zeit 🙂
Etwa zwei km läuft man wieder über die Straße und dann kommt man zum Eingang der Klamm. Für Erwachsene kostet der Spaß 4,00 €, die Hunde dürfen kostenlos mit.
Bisher haben wir nur einen Mann vor uns gesehen, der war aber wesentlich schneller unterwegs als wir.
Der Eingang der Klamm ist schon die erste Mutprobe für die Jungs, es ist ein stockdunkler kleiner Tunnel.
Wir waren natürlich so clever und haben die Stirnlampen im Wohnwagen liegen lassen und müssen da jetzt im Dunkeln durch.
Dany geht vor, dahinter dann die Jungs und Dennis bildet das Schlusslicht – damit auch keiner verloren geht!
Nach anfänglichem Zögern trauen uns die drei dann aber doch zu, dass wir sie sicher durch das unbekannte Gelände bringen. Das der Weg sehr schmal, niedrig, nass und durch das Rauschen des Wassers sehr laut ist, interessiert die Jungs nicht wirklich.
Bentley findet das alles noch am spannendsten und bleibt dauernd stehen und schaut sich das Wasser an…“es könnten irgendwo ja Luftblasen aufsteigen, die jage ich doch so gerne…“
Jamiko geht schön eng am Fels vorbei, bloß nicht nass werden! Und Scotty? Der interessiert sich nicht wirklich dafür…dem ist das egal 🙂
Hauptsache weitergehen und nicht so lange für Fotos stehen bleiben. Alles in allem ist die Klamm wirklich spannend, sehr eng und die vielen Tunnel sind immer wieder eine kleine Herausforderung.
Wir sind extra so früh aufgebrochen, damit uns aus der Gegenrichtung niemand entgegen kommen kann. Das ist so schon eng, aber mit drei Hunden und Menschen aus der Gegenrichtung, wäre das schon schwierig.
So hatten wir aber die ganze Klamm für uns und konnten immer mal wieder stehen bleiben und in Ruhe alles anschauen. Dennis hat dies natürlich genutzt, um möglichst viele Fotos zu machen.
Im Jahre 1912 wurde die Partnachklamm übrigens als Naturdenkmal erschlossen. Den Grunstein für das Erschließen der Klamm legte im Jahr 1885 das Triften. Hierbei wurden Baumstämme nach dem Fällen auf eine Länge von ca. einem Meter gesägt. Danach wurde das Holz in die Partnach geworfen und talwärts geschwemmt. Wenn sich die Stämme verkeilten, dann mussten die Holzarbeiter den Stau beseitigen. Dadurch wurde der Gedanke laut, einen Steig durch die Klamm anzulegen, dieser sollte das Triften erleichtern. Mit Eisenträgern und Holzbohlen wurde ein notdürftiger Steig angelegt, Überreste hiervon sind heute noch vorhanden- und wir haben diese sogar gesehen 🙂
„Partnach“ setzt sich auch aus zwei Wörtern zusammen: „portn“ – die indogermanische Bezeichnung für Pforte und „aha“ für Wasserlauf. Partenkirchen – früher „Partanum“ genannt hat seinen Namen nach dem Flusslauf bekommen.

Die Klamm ist täglich geöffnet: Mai-Juni und Oktober von 08:00-19:00 Uhr; Juli bis September von 09:00-19:00 Uhr und von November bis April von 09:00 – 18:00 Uhr.
Hier ein kleines Zitat aus dem Flyer zur Partnachklamm:
„[…]Vor der Eiszeit floss die Partnach noch im Tal des heutigen Ferchenbaches nach Osten, suchte sich durch den Drüsselgraben und das Kranzbachtal den Weg über Klais nach Krün und mündete dort in die Isar. Die Geologen nehmen an, dass ein Riegel aus Muschelkalk bei Graseck ihr damals den Weg ins Loisachtal versperrte. Es gab nur ein Rinnsal zum Abfluss in die jetzige Richtung der Partnach. Stufenweise kam ihr dieser Bach, als er mit dem Tiefbau der heutigen Klamm begann, sozusagen rückwärts entgegen. In dieses vorgearbeitete Bett brach die Partnach und schuf im Laufe von Jahrtausenden durch die Gesteinsschichten die heutige Klamm.
Die Partnach ist der natürliche Abfluss des Schneeferners, dem Rest eines eiszeitlichen Gletschers auf dem Zugspitzplatt. Der „Partnachsprung“ liegt im Reintal, das zu den schönsten Hochtälern der Nördlichen Kalkalpen zählt[…]“
Nachdem wir die Klamm hinter uns lassen machen wir eine kurze Pause. Und es stellt sich heraus, dass das eine gute Idee war.
Denn nun geht der Weg ziemlich steil nach oben und das mittels in den Berg gesetzten Stufen. Jede Stufe hat eine andere Länge und Tritthöhe, was das Ganze nicht einfacher macht. Bentley muss zwischendurch richtig Anlauf nehmen, um die Stufen zu schaffen. Oben angekommen sind wir dann etwas erschöpft und machen gleich noch eine Minipause.
Den Schildern mit der Aufschrift „Eckbauer“ folgen wir brav immer weiter. Das Wetter ist den ganzen Vormittag schon nicht so doll, tief hängende Wolken versperren den Blick auf die Berge. Das merken wir jetzt auch langsam, denn je höher wir kommen, desto nebliger wird es.
Als wir nach vielen Kehren endlich auf dem knapp 1250 Meter hohen Eckbauer ankommen, haben wir eine Sichtweite von ca. 15-20 Metern – maximal. Sehr schade, denn eine Infotafel zeigt uns, dass wir das Zugspitzmassiv vom Eckbauer hätten sehen können.
Naja, so haben wir das Bild angeschaut und versucht in den Wolken etwas zu erkennen – natürlich vergebens. So haben wir dann den paar Metern Sichtweite vertraut und uns langsam den Weg weiter entlang getastet.
Die Gondelbahn, die auf den Eckbauer fährt, haben wir dann auch gefunden und ab da geht es dann wieder abwärts. Und das nicht zu knapp. Für uns Rheinländer war das schon ziemlich steil.
Die Jungs müssen wir immer wieder bremsen, denn der Schotterweg war jetzt auch nicht so der schönste Untergrund um bergab zu gehen. An den besonders steilen Stellen ist der Weg asphaltiert.
Nach einer gefühlten Ewigkeit bergab, kommen wir dann auch wieder an der Olympiaschanze an.
Dort packen wir die Jungs ins Auto und schauen uns nochmal diese kurz an….wen man schon mal hier ist 😉
Die Jungs nehmen es uns auch nicht übel, denn die haben sich sofort hingelegt uns geschlafen.
Insgesamt haben wir für 14 km knapp vier Stunden gebraucht. Was uns ein bisschen gewundert hat, denn laut Kompass Reiseführer war die Strecke mit acht km und einer Dauer von 3 Stunden angegeben. Nicht das es uns gestört hätte. Wir wären gerne noch den Bogen über Wamberg gelaufen, haben die Abzweigung aber wegen dem ganzen Nebel leider übersehen.
Je länger die Strecke, desto besser, aber die Angaben im Reiseführer stimmen definitiv nicht- außer wir sind knappe 6 km wirr hin und her gelaufen… Was wir aber nicht sind. 😉 Unsere GPS Aufzeichnung stimmt genau mit der Karte aus dem Reiseführer überein. Alles in allem können wir aber sagen, dass es war eine schöne Wanderung war.
Wenn es nicht so neblig gewesen wäre, dann hätte man sicherlich auch einen wundervollen Ausblick auf das Zugspitzmassiv gehabt, den hatten wir leider nur einmal gaaaaaanz kurz, als sich eine kleine Lücke in den Wolken aufgetan hat.
Die Strecke ist aber definitiv zu empfehlen, allerdings würden wir nicht viel später am Tag losgehen wollen.
Denn die Klamm ist schon sehr beeindruckend und man möchte da auch in Ruhe schauen. Wenn zu viele Menschen aus beiden Richtungen durchlaufen, wird es wahrscheinlich etwas stressig, das haben wir dann so vermieden 🙂
Die Jungs liegen nun alle im und vorm Wohnwagen und sind tief und fest im Land der Träume versunken- Tagesziel wieder erreicht! Müde Hunde sind zufriedene Hunde 🙂


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