09.10.2016: Kreuzeck

09.10.2016: Kreuzeck

Einen Wecker haben wir uns für heute Morgen mal nicht gestellt. In den letzten Tagen war es so, dass die Hunde eigentlich immer wach geworden sind, wenn es draußen hell wurde. Als die Uhr dann langsam auf 9:00 Uhr zugeht beschließen wir allerdings dann aber doch mal, dass wir aufstehen sollten. Irgendwie will uns heute keiner der Jungs wecken, denn diese liegen alle drei (!) noch im Bett bzw. auf dem Boden und machen keine Anstalten in der nächsten Zeit aufstehen zu wollen.
Sogar das Geklapper der Teller und Tassen fürs Frühstück und das Rumpeln der Kaffeemaschine lässt sie kalt. Na ja, es sei ihnen gegönnt, in den letzten Tagen haben wir ja auch schon viel gemacht und besonders der „Kramer-Tag“ steckt uns allen noch in den Knochen.

Deshalb gibt es für den 08.10.2016 auch keinen separaten Blog-Beitrag. Wir haben uns diesen Tag als einen Erholungstag gegönnt und einfach mal nichts gemacht. Aus dem Vorzelt heraus haben wir die Aussicht auf das Zugspitzmassiv genossen, sind ein paar kleine Gassirunden gelaufen und haben ansonsten viel gelesen und die ersten Berichte für den Blog geschrieben.
Man muss solche Tage ja auch produktiv nutzen – Gut, es hat auch den ganzen Samstag geregnet und wir hatten auch ehrlich gesagt keine Lust uns durch die Berge zu schlagen.
Abgesehen davon wird es auch mit dem Laub und den Steinen ziemlich rutschig. So haben wir den Tag zum regenerieren genutzt und können uns heute dann wieder auf die Piste begeben.
Aber wohin soll es heute gehen?
All unsere geplanten Touren haben wir schon gemacht, jetzt müssen wir improvisieren, aber das ist hier ja auch kein Problem, denn Wandermöglichkeiten gibt es definitiv genug.
So sitzen wir nun am Frühstückstisch mit iPhone und iPad bewaffnet, nutzen den 3-Tages- Internetpass und durchsuchen die Gegend nach schon Rundtouren. Schnell werden wir auch fündig, der Internetseite www.outdooractive.com sei Dank!
4 km südlich von Garmisch liegt das Kreuzeck. Mit einer Höhe von 1651 m sollte der Auf- und Abstieg auch machbar sein.
1936 wurde das Skigebiet Kreuzeck angelegt. Grund hierfür waren die Olympischen Winterspiele.
Theoretisch könnten wir das Kreuzeck auch mit der Kreuzeckbahn erreichen, aber wir wollen ja wieder was für die Gesundheit tun und wandern 😉 Unser Ziel ist die Kreuzalm, von da aus wollen wir dann in einer schönen Runde wieder in Richtung Höllental absteigen.
Als wir den Frühstückstisch abräumen und die Wanderkleidung anziehen kommt auch langsam Bewegung in die Jungs- Nicht das die nachher noch vergessen werden und zurück bleiben müssten.
Einer nach dem Anderen wird mit Zuggeschirr und in Jamikos Fall mit Mäntelchen ausgestattet. Wir packen unsere kleine Mimose lieber frühzeitig schön warm ein, denn Jamiko ist zum Teil richtig zickig wenn ihm kalt ist. Da bekommen Bentley oder Scotty schon mal einen Rüffel, wenn die nur schief gucken- Aber so ist unser Tupfen-Tier halt und wenn man mit einem Mantel da vorbeugen kann- Was soll’s? 🙂
Wirklich warm ist es bei 7 Grad ja nun auch nicht mehr und wenn wir mal länger Pause machen, dann friert er wenigstens nicht.
Die Jungs hüpfen schon wieder freiwillig ins Auto und nach ein paar Minuten Fahrt haben wir den Wanderparkplatz erreicht. Für 2 € dürfen wir 8 Stunden parken. Auch da kann man nicht meckern. Hätten wir mal auf die Karte geschaut, dann hätten wir auch gesehen, dass wir uns die Fahrt hätten sparen können, denn der Parkplatz ist nur knapp 3 km vom Campingplatz weg- Jetzt ist zu spät und wir sind da.
Der Parkplatz ist rappelvoll, denn hier starten auch die Touren zur Höllentalklamm und rauf auf die Zugspitze. Dementsprechend sind viele Leute unterwegs.
Wir sehen hier die verschiedensten Menschen: Wanderer mit Kletterausrüstung, Touristen, Trailrunner und, und, und. Es wird auf jeden Fall nicht langweilig.
Das Wetter ist immer noch nicht das Beste, da die Wolken wieder fett und grau an den Bergen hängen und die Luft einfach nicht trockener werden will.
Ein kurzes Stück müssen wir an der Straße entlang und dann haben wir die Wahl: Kreuzeck oder Hölltentalklamm.
Noch eine Klamm wäre schon ziemlich cool, aber wir haben gelesen, dass der Rückweg für uns auch am Besten wieder durch die Klamm zurück ist. Da aber jetzt schon wirklich viele Menschen in Richtung Klamm laufen, können wir uns gut vorstellen, wie voll es dort sein wird. Wir verschieben das dann kurzerhand auf den morgigen Tag. Dann stehen wir wieder früh auf und sind dann mit die Ersten in der Klamm und dann schnell wieder zurück bevor die Massen kommen.
Wir nehmen also den Betriebsweg hoch zum Kreuzeck und das ist eine wahre Schlammschlacht nach dem gestrigen Regen! Gut das wir die zwei Zugmaschinen vorne dran haben, denn sonst wären wir den Weg wahrscheinlich nicht so einfach rauf gekommen. Vier Pfoten haben eben mehr Gripp als zwei Füße. Jamiko und Scotty ziehen uns tapfer den relativ steilen, schlammigen Weg hinauf. Bentley tippelt als kleiner Bremsklotz hinterher. Die kurzen Beinchen haben mit dem Modder richtig zu kämpfen, aber der Weg wird irgendwann schmaler und wir erklimmen einen Wurzelpfad und stehen auf einer großen Wiese.
Hier haben wir eine super Aussicht auf das Zugspitzmassiv. Unser Versuch wieder mit Facebook live zu gehen ist diesmal leider gescheitert- schlechte Verbindung 🙁
Danach geht es weiter durch den Wald über schmale und steile Pfade in diversen Kehren den Berg hinauf. Kurzzeitig sieht es auch so aus, als wenn das Wetter besser wird und es aufklart.
Wir geben die Hoffnung noch nicht auf, aber der Aufstieg ist schon sehr schwer. Die Steine sind nass und glitschig wie Schmierseife, die Wurzeln sind zum Teil noch schlimmer, aber solange es aufwärts geht, machen wir uns da noch keine Gedanken drum.
Wir erreichen einen Fahrweg und hier haben wir wieder die Wahl: Gehen wir über den Fahrweg oder über den Jägersteig? Fahrweg ist langweilig, also ab in Richtung Jägersteig. Wir gucken uns das mal an und entscheiden dann spontan ob wir weitergehen oder wieder umkehren. Aber vorher haben wir noch eine Umpack-Aktion:
Bentley hat so gar keine Lust mehr. Die kleinen Terrierbeine wollen nicht mehr und ein Pfötchen hat er sich etwas wund gelaufen. Also packt Dany den Tagesrucksack um und stopft alles in das Bodenfach, so dass das Hauptfach nun frei für unser kleiner König wird. Wir packen den kleinen Mann hinein und sind in solchen Momenten wirklich froh, dass Bentley so ein unkomplizierter kleiner Kerl ist. Der verzieht nicht eine Miene und schneller als gedacht hat Dany den kleinen König auf dem Rücken- Gut, die zusätzlichen 10 kg machen das Wandern nicht leichter, aber da müssen gute Hundeeltern eben durch 😉
Mit Bentley im Rucksack gehen wir noch ein gutes Stück weiter den Berg hinauf. Relativ schnell merken wir aber, dass es heute keinen Sinn macht den Gipfel erreichen zu wollen. Es fängt auch wieder an zu nieseln und die Wolken schieben sich auch langsam wieder ins Tal. Noch so einen Abstieg wie vom Kramer wollen wir uns und den Hunden nicht zumuten und so treten wir den Rückweg an.
Das Dumme an der Sache ist nun, dass wir den gleichen Weg wieder runter müssen, den wir rauf gelaufen sind. Also alle steilen und glitschigen Stellen nochmal…
Dany hat sich einen provisorischen Wanderstock in Form eines Astes gebaut und so geht es in Zeitlupe wieder runter.
Nach 8 km und knapp 3:15 Stunden mit 580 Höhenmetern rauf und wieder runter, sind wir wieder am Auto angekommen und treten den Rückzug an.

Unser Fazit von heute: Relativ unspektakuläre Strecke, bei gutem Wetter hat man bestimmt eine super Aussicht, aber sobald es feucht ist, macht es keine Spaß- zu viel Matsch und zu rutschig.


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