Klettersteig mit Hund?

Klettersteig mit Hund?

Vielleicht kennt das der ein oder andere auch? Ihr plant eine Tour, welche auf den ersten Blick für eure(n) Hund(e) kein Problem darstellen sollte. Dann aber, gibt es da eine Steilpassage und fragt sich: „Geht das überhaupt mit meinem Hund?“ Das wäre ja schon fast klettern mit Hund…

Ist das überhaupt möglich?

Diese Fragen haben wir uns auch gestellt. Und damit wollen wir uns heute beschäftigen:
Unsere kurze und knappe Antwort lautet erst einmal: Warum nicht?

Wir wollen mit den Jungs ja keine riesen Berge á la Mount Everest oder ähnliches besteigen. Felswände wollen wir auch nicht erklimmen. Aber so ein kleiner, einfacher Klettersteig mit Hund sollte doch machbar sein.
Aber was ist, wenn denn dann doch mal zum Beispiel eine Leiter auftaucht oder man kommt an eine Stelle, die der Hund nicht alleine schaffen kann? Dafür haben wir uns den Double Back Harness von Ruffewear zugelegt.
Dies ist ein speziell für Hunde entwickeltes Klettergeschirr. Erstmal haben wir nur eins gekauft, da wir auch nicht sofort mit allen drei Jungs ausprobieren wollen, wie dies denn nun klappt. Einer nach dem anderen darf dann mal mit. Jamiko und Scotty passen ja, zum Glück, in das gleiche Geschirr. 😉

Unsere Jungs sind alle drei auf jeden Fall bergtauglich, das haben sie uns schon öfters bewiesen. Trittsicher, schwindelfrei und viel Vertrauen sind nötig, damit der Hund keine Angst oder gar Panik bekommt. Welcher Hund für Bergtouren oder Klettersteige geeignet ist, das hängt definitiv nicht von der Rasse, sondern vom Charakter ab. Bentley ist als Cairn Terrier bei uns im Rudel tatsächlich der Mutigste. Der Kleinste zeigt den beiden Großen oft wie es geht. Jamiko ist zwar etwas vorsichtiger, aber wenn man ihm genug Zeit lässt, dann macht auch er alles mit, was man von im verlangt. Scotty, in typischer Huskymanier, macht einfach alles und traut sich manchmal ein bisschen viel zu. Man muss ihn eher noch bremsen, aber wir merken auch, dass er mit jedem Monat vernünftiger wird. Er ist ja auch noch jung.

Damit wäre die erste Lernstufe schon gemeistert, denn wir können definitiv damit rechnen, dass die Jungs allen Schabernack mitmachen werden.

Besonders wichtig ist natürlich die Sicherung von Mensch und Hund. Bisher haben wir als wirklich sicheres Klettergeschirr für Hunde nur den Double Back Harness von Ruffwear gefunden.
Durch die Beinschlaufen bleibt der Hunde beim abseilen in der Waagerechten und kann nicht aus dem Geschirr rutschen.
Normale Wandergeschirre eigenen sich auf keinen Fall zum Abseilen des Hundes, da die Belastung falsch verteilt wird und das Tier aus dem Geschirr gleiten kann!

Was man seinem Hund zumuten kann, das muss am Ende jeder selbst entscheiden. Es hängt natürlich auch ganz stark davon ab, wie fit der Hund ist und ob es eine eher ängstliche Seele ist oder eher der Draufgänger, der vor nichts zurück schreckt.
Getreu nach dem Motto: learning by doing, haben wir auch erst auf unseren Touren herausgefunden, was geht und was eben nicht geht.

Die Tour sollte im Vorfeld natürlich ausgiebig geplant werden. Besonders wichtig ist, dass man nicht versucht den Hund an der Leine abzuseilen! Das kann nur schief gehen, denn die Leinen sind für solche Situationen nicht ausgelegt. Ein Seil zum sichern sollte auf jedenfall dabei sein.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist, dass man auf den Hund achtet, denn er kann uns schlecht sagen, wann er überfordert ist. Meist ist es dann schon zu spät und man hat eine schwierige Situation, die es zu meistern gilt. Macht lieber ein paar Pausen mehr machen und geht die Sache entspannt an. Stress ist hier absolut hinderlich und macht die Situation nicht besser.

Unser Plan ist es aktuell auch nicht, die Jungs auf schwere Klettersteige mitzunehmen, aber wenn man mal in eine Situation kommt, in der es notwendig wird, den Hund z.B. abzuseilen, dann ist es gut, wenn die Situation nicht völlig neu ist und der Hund schon Erfahrung mit der Prozedur hat. Als wir in unserem Oktoberurlaub 2016 auf der Kramerspitze unterwegs waren, hatten wir auch die ein oder andere Stelle auf unserer Tour, bei der wir sicherlich mit einem Klettergeschirr für die Jungs weniger Probleme gehabt hätten. Aber so lernt man aus seinen „Fehlern“ und macht es das nächste mal eben besser 🙂

Und zum Schluss noch ein kleiner Tipp:

Gewitter sind schneller aufgezogen, als man denkt. Das Gewitterrisiko muss bei solchen Touren immer berücksichtigt werden. Und dementsprechend auch das Verhalten des Hundes bei Gewitter. Wenn man dies noch nicht einschätzen kann, dann sollte man auf jeden Fall zu Hause einen Gewitterspaziergang einlegen und schauen, wie der Hund draußen reagiert. Das heißt nicht, dass ihr bei Gewitter nun auf das freie Feld gehen sollt! Bloß das nicht!
Aber, wenn ein Gewitter vorbei gezogen ist, und der Donner immer noch leicht zu vernehmen ist, kann solcher Spaziergang NACH (!!!) dem Gewitter helfen, das Verhalten des Hundes besser einzuschätzen

 

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