28.04.2017: Fulufjället Nationalpark 

28.04.2017: Fulufjället Nationalpark 

Im Urlaub beginnen die Tage ja doch alle irgendwie gleich. Von daher gibt es jetzt den Schnelldurchlauf unseres Morgens:
Die erste Gassirunde drehen wir bereits um kurz vor 5 Uhr. Dann düdeln wir noch ein bisschen rum, frühstücken und machen uns fertig.
Wir wollen heute in den Fulufjället Nationalpark. Dieser liegt in der Provinz Dalarna (da wo wir im Moment eh schon sind) nahe der norwegischen Grenze. Der seit 2002 bestehende Nationalpark ist der größte schwedische Nationalpark außerhalb Norrbottens. Weiterhin ist er auch der südlichste Fjällnationalpark.
Bereits seit 1973 hat das 384 km² große Gebiet den Status eines Naturschutzgebietes. Große Teile des Nationalparks sind sog. zertifizierte PAN Parks-Wildnisgebiete. Die PAN Parks Foundation (Protected Area Network) hat es sich zur Aufgabe gemacht Wildnisrelikte, und -entwicklungsgebiete ausfindig zu machen, zu zertifizieren und den langfristigen Schutz dieser Flächen vertraglich zu sichern. Finden wir eine prima Sache!

Dieses vielversprechende Gebiet wollen wir uns also mal anschauen und dann soll da ja noch der Njupeskär sein, Schwedens höchster Wasserfall. Wenn wir schon in der Nähe sind, dann lassen wir uns sowas doch nicht entgehen!

Da wir gelesen haben, dass es nur knapp 2 km vom Parkplatz bis zum Wasserfall sind, haben wir beschlossen auf der Hinfahrt noch einige kleine Stopps einzulegen.
Dennis hat bei der Anreise bereits einige Stellen gesehen, die er gerne fotografieren möchte. Die liegen jetzt, da es ja quasi nur eine Straße gibt 😉, auf unserem Weg.
Die Jungs sind sicher im Kofferraum verstaut, der Rucksack liegt gepackt auf der Rückbank und die Kameras sind griffbereit als wir losfahren.
Gegen Mittag stellen wir das Hiking-Dogs Mobil auf dem Parkplatz des Nationalparks ab. Auf dem doch sehr großen Parkplatz stehen zur Zeit nur sechs Autos. Viele Leute scheinen also noch nicht unterwegs zu sein. Umso besser für uns, dann haben wir genug Zeit für Fotos und Filme.
Wir wollen ja niemandem im Weg stehen und wenn man sich so beeilen muss, macht das Ganze ja auch irgendwie keinen Spaß. Die Jungs sind happy als es endlich aus dem Auto geht.
Da der Himmel heute bedeckt ist, packen wir Jamiko direkt in den Mantel. Es ist ja auch schon absehbar, dass wir öfters mal stehen bleiben und eine Fotopause einlegen werden. So wird Jamiko nicht zu schnell kalt.
Die Schneeschuhe haben wir vorsichtshalber mitgenommen, werden sie aber im Auto lassen, da hier doch nicht so viel Schnee liegt.
Im Internet haben wir heute auch noch gelesen, dass der Weg gut mit normalen Schuhen zu begehen sei.

Vom Parkplatz aus betreten wir den Nationalpark, eine dezent kleine -so knapp 7 Meter hohe- Tafel weist uns auch darauf hin. Die gut ausgetretenen breiten Wegen machen schnell deutlich, dass hier wohl viele Menschen durchkommen.
Das etwas sumpfige Gebiet zu Beginn des Weges ist mit breiten Stegen versehen, damit man keine nassen Füße bekommt. Und hier beginnt das Drama.
Extrem viel Schnee ist hier nicht, aber ein wenig ist doch noch da und der Schnee, der auf den Wegen und Stegen liegt, ist angetaut und wieder fest angefroren und somit spiegelglatt. Wie auf einer Eisbahn rutschen wir den Weg entlang. Das Eis ist min. 30 cm hoch, also kein einfacher Weg, der da vor uns liegt. Das kann ja noch was werden…

Wären wir vernünftig, dann würden wir wohl wieder umdrehen – aber wann sind wir denn schon vernünftig 😉 Ihr kennt uns ja 😛
Also rutschen wir langsam und schön vorsichtig immer weiter den Weg entlang. Zwischendurch kommen auch mal schnee- und eisfreie Passagen, die dann wieder sehr schön zu gehen sind. Überhaupt ist die Landschaft hier sehr schön!
Kompliziert wird es erst, als wir in unebenes Gelände kommen, es geht bergauf und bergab. Und das nicht zu knapp. Das wäre ohne Schnee und Eis schon ganz schön anstrengend, aber mit dem glatten Boden ist es nochmal etwas schwerer.
Wir sind sehr langsam unterwegs und brauchen so dann doch ziemlich lange, bis wir an eine Stelle kommen, von der aus wir in die Schlucht schauen können. Und siehe da! Der Wasserfall ist schon aus dieser Entfernung gigantisch. Und zusätzlich auch noch komplett vereist!
Sowas haben wir auch noch nie gesehen. Die Aussicht darauf gleich ganz nah am Wasserfall stehen zu können, belebt die müden Geister wieder und wir machen uns wieder auf den Weg. Bis zum Wasserfall ist es aber noch ein gutes Stück zu gehen.
Zwischendrin war es bei einigen Bergaufstücken so glatt, dass Dany nur weiter nach oben gekommen ist, weil Jamiko und Bentley ordentlich gezogen haben.
Man kann richtig merken, wie die Schuhe keinen halt haben und sobald der Zug auf der Leine nachgelassen hat, ist man langsam rückwärts herunter gerutscht. Aber was lange währt, wird endlich gut und wir kommen an einer sehr steilen, nach unten führenden Treppe an.
Da diese komplett eisfrei ist, haben wir mit dem Stück des Weges keine Probleme und können den Blick auf den Wasserfall genießen. So wie es aussieht, sind auch keine anderen Leute unterwegs. Am Fuß der Treppe ist ein Schild angebracht. Dieses weist drauf hin, dass der vor uns liegende Plankenweg bis zum Wasserfall führt. Möchte man zum Parkplatz zurück, dann kann man hier noch eine andere Route wählen.
Das werden wir dann nachher wohl auch so machen. Denn den gleichen Weg zurück zu gehen, ist ja doch immer eher langweilig und wir kennen jetzt ja schon die schlimmen Stellen des Wegs und würden die, wenn möglich, nicht noch ein zweites Mal gehen wollen!
Wir machen noch kurz eine Pause und Dennis geht mit Facebook live. Wer mag kann sich das Video hier ja nochmal ansehen:

Gerne dürft ihr uns natürlich auch auf unserer Facebook-Seite (https://www.facebook.com/hikingdogs.de/) besuchen. Über ein „gefällt mir“ würden wir uns natürlich auch sehr freuen 😉

Nachdem das iPhone wieder sicher verstaut ist, gehen wir weiter in Richtung Wasserfall. Der Plankenweg ist zwar schön breit, liegt aber fast bis zur Höhe des Geländers mit Schnee und Eis voll. Nicht besonders elegant und zwischendrin mal wild mit den Armen fuchtelnd,wenn man ins rutschen kommt, erreichen wir aber auch hier das Ende des Weges.
Von der Aussichtsplattform aus, haben wir schon einen guten Blick auf den Wasserfall. Aber wir sehen da ein paar Fußspuren im Schnee, die noch näher ran führen.
Wir haben gelesen, dass im Winter viele Eiskletterer den Wasserfall nutzen. Da wird man da ja wohl hin gehen können.
Ohne uns groß Gedanken über das Für und Wieder zu machen stapfen wir in den Fußspuren unserer Vorgänger immer näher zum Objekt unserer Begierde.
Ganz nah trauen wir uns dann doch nicht ran, denn die Eiszapfen sehen schon ziemlich bedrohlich aus. Da es langsam auch zu tauen beginnt, wollen wir unser Glück nicht auf die Probe stellen und halten dann doch gebührenden Abstand.
Bis zu einem großen Eisklumpen, der wohl aus dem Wasserfall gebrochen ist, wagen wir uns vor. Am Eisklumpen angekommen, stellen wir dann fest, dass er doch größer ist als gedacht. Dany kann sich aufrecht hinter dem Klotz verstecken! Dem kleinen König helfen wir für ein Foto auf den Eisklotz.
So haben wir dann auch direkt einen Größenvergleich. Wenn der Wasserfall nicht eingefroren ist, dann schießt das Wasser hier aus über 90 Metern im freien Fall nach unten. Der Njupeskär ist durch rückschreitende Erosion des knapp 900 Millionen Jahre alten Sandsteins entstanden. Das herabstürzende Wasser trägt bis heute noch das Gestein immer weiter ab.

Dennis schießt noch einige Bilder und dann rutschen wir über den Weg wieder zurück zur Treppe. Dort angekommen gehen wir nicht die Treppe rauf, sondern wir biegen nach rechts ab.
Laut der abgebildeten Karte kommen wir hier auch wieder zum Parkplatz zurück. Da wir viele Fußstapfen sehen laufen wir auch mal los.

Aber auch dieser Teil des Weges hat es in sich. Eis ohne Ende und diesmal geht es links vom Weg auch noch ordentlich runter. Nicht super steil, aber wenn man ins Rollen kommt, dann rollt man erstmal ein gutes Stück.
Nicht dran denken – Augen zu und durch! Das kann ja nicht lange so gehen, wir schaffen das schon!
Und geschafft haben wir es 😉
Ziemlich schnell kommen wir wieder im Wald an. Da es keine Markierungen gibt folgen wir den Fußspuren. So viele Leute können sich ja nicht irren! Oder vielleicht doch? Naja, wir wissen es nicht genau, denn ab und an wirkt der Weg schon ein bisschen wirr… Aber solange wir einen Weg erkennen, laufen wir diesen auch.
Zurück kann man ja immer noch gehen. Hier bleibt es ja sehr lange hell.
Gestern Abend haben wir noch die letzen Sonnenstrahlen am Horizont um 23:45 Uhr gesehen. Also haben wir definitiv lange genug Licht, um den Weg zur Not nochmal zurück zu rutschen!
Aber das müssen wir gar nicht. Die Schneespuren führen uns immer weiter in die richtige Richtung. Aber dann ist auf einmal kein Schnee mehr da… Kein Schnee bedeutet auch keine Spuren.
Und nun? Wir gucken uns ein bisschen wirr an.
Dennis entdeckt dann aber eines der kleinen Häuser vom Beginn des Nationalparks. Wir sind also grob richtig, haben zwar keinen Weg mehr, aber wenn wir genau hinschauen, dann können wir auch den Plankenweg erkennen. Dort wollen wir nun hin. Und wieder nach dem Motto „Augen zu und durch“ laufen wir los.
Schnell stellen wir fest, warum hier ein Weg aus Planken ist, denn der Untergrund ist sehr sumpfig. Hoffen wir mal einfach, dass wir nicht durchbrechen und bis zum Knie im Sumpf stecken.
Dennis hat da ja schon Erfahrungen auf unserer ersten Trekkingtour gesammelt und das müssten wir bei den Temperaturen nicht unbedingt wiederholen.
Ob der Weg, den wir hier nehmen so erlaubt ist? Naja, wir wissen es nicht, beeilen uns aber und achten auch drauf nicht zu viel platt zu treten.
Die Jungs hüpfen über die nassen Stellen drüber und fast trockenen Fußes erreichen wir wieder die Planken.
Das ging ja nochmal gut, aber wo hätte der Weg denn nun wirklich enden sollen? Keine Ahnung.
Uns beruhigt es aber, dass wir auf dem sumpfigen Stück doch noch einige Fußabdrücke gesehen haben, wir scheinen also nicht als Einzige die Flucht nach vorne angetreten zu haben 😉
Fünf Minuten später sind wir wieder am Auto und auf dem Weg dahin sehen wir auch die Stelle, an der wir eigentlich hätten rauskommen sollen- wenn wir denn den Weg gefunden hätten…

Unser Fazit:
Der Nationalpark ist definitiv eine Reise wert. Nicht nur wegen des Njupeskär. Leider haben wir es aufgrund der Witterungsbedingungen nicht geschafft, den ältesten Baum der Welt zu sehen. Der „Old Tjikko“ ist eine 9550 Jahre alte Fichte, die ebenfalls im Fulufjället Nationalpark zu finden ist.

Vielleicht schaffen wir es ja noch, dem Baum in den kommenden Tagen einen Besuch abzustattet!

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