30.04.2017: Auf in Richtung Hävlingen

30.04.2017: Auf in Richtung Hävlingen

Und schon ist es Sonntag. Wie die Zeit vergeht! :-/
Sollte sie im Büro auch mal so machen 😉 Wir stellen hier wieder mal fest, dass so viel, wie wir hier draußen unterwegs sind und mit den Jungs die Gegend erkundschaften, das doch genau unser Ding ist. Die Jungs und wir in der Natur: das sind die Hiking Dogs 🙂

Der Morgen nimmt seinen gewohnten Gang und gegen 11 Uhr sind wir startklar. Die Kameras, der Rucksack und die Schneeschuhe sind bereit. Die Jungs stehen in den Startlöchern, als es dann endlich nach draußen geht.
Heute wollen wir mal in Richtung Hävlingen wandern. Das ist ein See, an dem wir bei unserer Trekkingtour 2014 übernachtet haben. Da der See und die dortige Stugan allerdings einen guten Tagesmarsch entfernt sind, werden wir nur in die grobe Richtung laufen und dann schauen, dass wir einen schönen Rundweg wieder zurück gehen.
Die ganze Strecke hin und wieder zurück vom Hävlingen wäre machbar, aber das ist uns auch zu viel.
Besonders mit Bentley müssen wir ja aufpassen, denn wenn der kleine Mann an den Beinen vereist, dann kommt er ja in den Rucksack.
Bedeutet aber auch, dass einer von uns ihn tragen muss. 😉
Dann zieht sich so eine Strecke dann doch eher in die Länge und macht irgendwann keinen Spaß mehr. Wir wollen ja keinen Gewaltmarsch machen, sondern Urlaub. 😉

Wir verlassen das Haus und gehen wieder nur bis über die Straße hinterm Grövelsjögarden.
Dann schnallen wir schon die Schneeschuhe unter die Füße und sind bereit. Das erste Stück des Weges kennen wir schon, aber relativ schnell biegen wir nach links ab und folgen dem Winterwanderweg.
Die Jungs ziehen was das Zeug hält und so kommen wir ganz schnell auf den Berg und direkt ins schwedische Fjäll.
Die Baumgrenze lassen wir hinter uns und stehen in einer beeindruckenden Schneelandschaft. Eine sagenhafte weiße Wüste… Dennis Garmin Fenix 3 sagt, dass wir auf knapp 1000 Meter Höhe sind. Hier wächst kein Baum mehr. Der Schnee hat die Landschaft fast komplett glatt gezogen.
Die Felsen und Steine, die wir von der Tour aus 2014 kennen sind nicht zusehen. Ab und an hebt sich eine Bergkuppe, natürlich auch mit Schnee bedeckt, nach oben hin ab, aber mehr auch nicht.
Der Himmel ist fast wieder wolkenfrei und die Sonne brennt uns ins Gesicht. So wird der Sonnenbrand sicherlich nicht besser, aber immerhin haben wir jetzt Sonnencreme und konnten ein bisschen vorsorgen.
Die Jungs schnüffeln wie wild am Boden herum. Hier muss doch irgendwas gewesen sein…. Aber was nur?
Wir gehen weiter und die drei werden immer aufgeregter. Die Nasen im Schnee, folgen sie ganz aufgeregt einer Spur. Dort, wo der Schnee die Spur noch nicht verweht hat erkennen wir auch was hier los ist.
Da sind zwei Kufenspuren und viele Pfotenabdrücke im Schnee zu erkennen. Hier war wohl ein Hundeschlitten unterwegs.
Kein Wunder, dass die drei so hibbelig sind. Nach etwas mehr als 50 Metern haben sie sich aber damit abgefunden, dass es hier anscheinend auch noch andere Hunde gibt und laufen wieder normal vor uns her.
Bentley macht das zum Teil leider sehr ungeschickt. Er geht schräg rechts hinter Dany. So bekommt er bei jedem Schritt von ihr den Schnee, den der Schneeschuh aufwirbelt und der Wind nach rechts bläst, ins Gesicht und an die Flanke gepustet.
Nach relativ kurzer Zeit ist seine linke Seite mit einer feinen Eisschicht bedeckt. Er könnte eigentlich ja wo anders gehen, aber das will er auch irgendwie nicht. Gut zureden stößt da auf taube Ohren – sturer Terrier eben 😉
Er wird schon sehen, was er davon hat – Oder besser: wir werden sehen, was wir davon haben. Denn so ist es absehbar, dass der kleine König irgendwann die Nase voll haben wird und in den Rucksack will. Aber solange er noch weitergeht und Spaß hat ist ja alles gut.

Während wir noch darüber sinnieren, wie wir Bentley dazu bewegen können, woanders zu gehen, spitzten Scotty und Jamiko die Ohren und schauen ganz interessiert einmal quer übers Fjäll.
Wir folgen ihren Blicken und da sehen wir zwei Menschen relativ schnell den anderen Winterwanderweg hinunter sausen.
Ob die mit Skiern unterwegs sind? Die haben schon ein ordentliches Tempo drauf. Als die Leute dann etwa auf unserer Höhe sind, erkennen wir, dass es sich um zwei Schlittenhundegespanne handelt.
Wahrscheinlich die selben, die hier auf unserem Weg auch gefahren sind.
Sehr cool mal zwei Gespanne in Schweden durchs Fjäll heizen zu sehen- ziemlich episch kann man da nur sagen! 😉
Aber an sich ist hier irgendwie alles gewaltig. Die Schneemassen sind gewaltig, die Landschaft an sich und auch diese Stille hat etwas beeindruckendes und manchmal auch etwas meditatives.
Tatsächlich sind wir im Moment komplett allein unterwegs und so weit das Auge reicht sehen wir keinen einzigen Mensch oder gar ein Tier. Wir kommen uns sehr klein in dieser großen Weite vor.
Abschreckend ist das Ganze aber nicht, eher faszinierend und – so komisch  das auch klingen mag- irgendwie einladend. So schweifen wir unseren Gedanken hinterher und laufen den Weg weiter in Richtung Hävlingen.

Wir gehen ziemlich lange bergauf, dann etwas bergab, wieder bergauf… ein ständiger Wechsel. Aber mit den Schneeschuhen ist das wirklich kein Problem und wir kommen gut voran. In der Ferne sehen wir, dass uns tatsächlich jemand entgegen kommt. Irgendwann ist die Person dann auf unsere Höhe, wir grüßen und wundern uns, warum jemand mit einem Motorradhelm auf dem Kopf hier entlang wandert. Keine fünf Minuten später haben wir die Antwort gefunden.
Da sitzt eine zweite Person auf einem liegengebliebenen Schneemobil. Jetzt fällt uns auch auf, dass die Person, die uns eben entgegengekommen ist, einen Kanister in der Hand hatte. Das ist natürlich sehr ärgerlich, wenn dem Schneemobil der Sprit ausgeht. Und bis zur Fjällstation ist es noch ein gutes Stück Weg gewesen.
Wir sind froh, dass wir zu Fuß zumindest diese Probleme nicht haben werden. 😉

So laufen wir immer weiter, die Jungs machen gut mit und das Wetter hält auch. Die Piste wird immer verschneiter und ab und an müssen wir auch durch etwas tieferen Schnee laufen. Hier hat Bentley dann wieder etwas mehr Probleme, macht aber tapfer weiter, bis wir bei ungefähr 8 km angekommen sind. Das scheint seine magische Zahlst sein. Bisher hat er immer km 8 keine Lust mehr gehabt.
Wie bei den anderen Wanderungen zuvor macht Bentley deutlich, dass er nicht mehr mag und in den Rucksack will. Wir bleiben also für eine kleine Zwangspause stehen.
Aus dem Rucksack zaubert Dany den Mantel für Jamiko hervor. Bei der Gelegenheit können wir ihn auch direkt in den Mantel stecken, denn der Wind ist hier schon ziemlich stark und bei den Fotostopps kühlen wir doch recht schnell aus. Jamiko ist im Mantel verpackt, danach ist Bentley dran. Auch er wird in seinen Mantel gesteckt und dann wieder mit allem drum und dran im Rucksack verstaut. Bereitwillig lässt er alles über sich ergehen und dann sitzt der kleine König wieder hoch oben auf Danys Rücken und guckt in die Gegend.
Wir gehen dann noch etwas weiter dem Weg hinterher. Dennis geht nochmal mit Facebook live. Den kurzen Clip könnt ihr hier sehen:

Irgendwann entscheiden wir uns dann dazu, dass es an der Zeit ist den Heimweg anzutreten. Wir machen kehrt und laufen ein gutes Stück den Weg zurück, bis wir an einer Weggabelung vorbeikommen, die wir gut vor einer Stunde passiert haben.
Wir sind von links gekommen und nehmen jetzt den rechten Weg. So gehen wir zumindest nicht die komplette Strecke wieder gleich zurück. Es geht nochmal gut bergauf und oben angekommen haben wir dann nochmal einen spektakulären Ausblick.
Beschreiben kann man das gar nicht, da müsst ihr leider auf die Bilder warten. Die werden, sobald wir wieder zu Hause sind, in die entsprechenden Beiträge eingefügt werden. Wir werden dazu aber nochmal Bescheid geben.
Und vom heutigen Tag können wir euch schon verraten, dass definitiv einige epische, als auch einige lustige Bilder dabei sein werden 🙂
Seid gespannt!

Da wir nicht zur Fjällstation gehen wollten, sondern wieder an der Straße in der Nähe des Grövelsjögardens auskommen wollten, sind wir noch ein bisschen querfeldein gelaufen. So haben wir den Winterwanderweg vom Beginn der Tour wieder erreicht und die letzen 500 Meter sind wir ihm wieder gefolgt.
Vor der Straße schnallen wir die Schneeschuhe wieder ab, Bentley kommt aus dem Rucksack und darf die letzten Meter bis zum Haus laufen.
Im Haus angekommen, rollen sich die drei sofort an ihren Plätzen zusammen und schlafen binnen Minuten tief und fest. Wir würden sagen, dass wir das Tagesziel wohl erreicht haben: Müde Hunde sind zufriedenen Hunde! 🙂

Heute Nacht werden wir vielleicht mal vor die Tür gehen und Sterne gucken. Für Nordlichter ist hier schon nicht mehr die Zeit. Es bleibt zu lange hell und wird auch wieder zu früh hell. Aber Sterne sollten wir hier mit Sicherheit sehen können. Wahrscheinlich werden wir ein kleines bisschen vom Haus weg gehen, denn hier sind ja noch einige andere Leute, die Licht im Haus an haben.
So ist der Sternenhimmel ja doch eher schlechter zu sehen. Aber warten wir mal ab! Ob wir draußen waren und was wir gesehen haben werden wir dann im nächsten Beitrag berichten 😉

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