19.09.2017: 3. Tag: Dienstag 1. Zeltplatz Femundsmarka – 2. Zeltplatz Femundsmarka

19.09.2017: 3. Tag: Dienstag 1. Zeltplatz Femundsmarka – 2. Zeltplatz Femundsmarka

English version below 🙂


Dienstag 19.09.2017

Tag 3: 1. Zeltplatz Femundsmarka – 2. Zeltplatz Femundsmarka

 

Besonders viel ist diese Nacht nicht passiert. Bentley wollte immer Mal wieder in den Schlafsack und wieder raus und vom Rest hat man eigentlich nichts gehört. Irgendwann in der Nacht hat es dann auch angefangen zu regnen. Und das nicht zu knapp. Auf dem Zelt hört es sich zwar immer schlimmer an, als es eigentlich ist, aber in dieser Nacht kommt schon einiges runter. Die Jungs stört das nicht weiter, die sind solche Geräusche ja schon vom Wohnwagen her gewohnt. Da klingt ein Regen ja auch immer schlimmer, als er eigentlich ist.
Allerdings ist es diese Nacht etwas anstrengend, denn es fängt immer mal plötzlich an und hört plötzlich auf. Beides passiert immer so plötzlich, es klingt nicht aus oder fängt langsam an. Entweder ganz oder gar nicht. Dadurch werden wir immer wieder wach.
Außerdem müssen wir aufpassen, dass die Hunde nicht die Wand des Innenzeltes an das Außenzelt drücken, wenn sie sich irgendwo hin legen. Wenn das passiert, dann haben wir relativ schnell Wasser im Zelt und das möchten wir gerne vermeiden. Muss ja nicht sein.
Die Nacht bekommen wir aber auch rum und stehen dann um 07:04 Uhr auf. Während Dennis schon Wasser zum kochen geholt hat und mit Scotty draußen war, ist Dany noch immer im Zelt beschäftigt, die Hunde zu sortieren und sich anzuziehen.
Glücklicherweise ist es zum Frühstück trocken und wir können entspannt draußen stehen. Der Himmel ist zwar immer noch mit unheilverkündenden dicken Wolken verhangen, aber im Moment sieht es zumindest nicht so aus, als wenn da in der nächsten Zeit was kommt.
Sprach es und keine drei Minuten später beginnt es wieder zu regnen. Na das kann ja was werden…
Jamiko und Bentley sind noch im Zelt und machen auch keine Anstalten raus zu wollen. Scotty verfrachten wir schnell wieder in das große Zelt. Wir schnappen schnell unser Frühstück und verstecken uns wieder im großen Zelt. Auf der Isomatte sitzend beobachten wir aus dem Zelteingang heraus den Regen. Wir lassen uns viel Zeit, denn offenbar hat es sich so richtig eingeregnet.
Wenn es nicht nachlässt, dann müssen wir entscheiden, ob wir heute schon einen der zusätzlichen Tage in Anspruch nehmen wollen, oder ob wir die Hunde und uns mehr oder weniger wasserdicht verpacken wollen und dann einfach durch den Regen weitergehen. Um 08:40 Uhr sitzen wir immer noch mit Tee und Kaffee ausgestattet im Vorzelt und gucken raus.
Langsam aber sicher lässt der Regen nach und als wir nur noch ein leichtes tröpfeln auf dem Zelt wahrnehmen, entschließen wir uns dazu die Gunst der Stunde zu nutzen und weiterzulaufen. Eigentlich wollen wir heute bis nach Oasen kommen. Das sind gute 11km, aber da wir erst so spät loskommen haben wir dieses Ziel eigentlich schon für heute gestrichen. Wir wollen ja auch nicht nur durch die Landschaft hetzen. Wir wollen die Wanderung genießen und viel sehen, Bilder und auch Videos machen. Wir wollen keine Rekorde aufstellen und machen so lieber entspannt.
Es ist ja auch nicht schlimm, wenn wir nicht immer da ankommen wo wir hin wollen. Solange wir am Ende ungefähr zur geplanten Zeit wieder am Grövelsjön sind ist ja alles gut- Wir machen uns da keinen Stress. Gegen 12 Uhr sind wir dann sicher, dass es nicht mehr regnen wird und haben bereits alles eingepackt. Die Jungs sind motiviert und es kann losgehen. Wir sind noch keine 5 Schritte gegangen, da macht es „Ritsch“ und plötzlich steht Scotty neben Dany. An sich nichts ungewöhnliches, aber Dany ist gute 8 Meter von Dennis entfernt und die Zugleine ist max 2,5Meter lang.
Ohne groß nachzudenken packt Dany Scotty am Halsband und hält ihn fest. Irgendwas stimmt da ja nicht. Mit einem schnell Blick zurück zu einem verdatterten Dennis ist die Situation schnell erkannt:
Die Leine ist knappe 30cm hinter dem Karabiner durchgerissen. Krasse Sache und zum Glück ist das hier passiert wo nichts spannendes in der Gegend für so einen kleinen Husky war. Wären jetzt Rentiere oder so in der Nähe gewesen, dann hätten wir dem Husky noch hinterherwinken können, denn der wäre mit Sicherheit erst mal weg gewesen.
Mit ein bisschen Herzbubbern wirft Dany erst mal den Rucksack ab und macht Jamiko und Bentley fest. Wir müssen da ja jetzt noch was basteln. Einen Knoten in die Leine machen wollen wir nicht, dann wird sie zu kurz.
Aber zum Glück haben wir noch die Zugleine, die eigentlich für Bentley gedacht ist über. Die hat Dany bereits gestern gegen die lange Biothane Schleppleine getauscht.
Bentley läuft immer hinter Dany und mit der relativ kurzen Zugleine, die ja vorne am Bauchgurt befestigt wird, ist er ihr immer von hinten in die Beine gelaufen. Das war für Hund und Mensch eher unangenehm.
So sind wir dann auf die 7 Meter Biothaneleine umgestiegen. Die macht Dany am Bauchgurt des Rucksacks fest. Wenn man zwei große Schlaufen rein macht, dann ist Bentley weit genug hinten und wird nicht versehentlich getreten. Gleichzeitig ist die Leine aber noch kurz genug, damit er nicht ständig überall hängen bleibt. So können wir Scotty dann an die andere Leine machen und unseren Weg fortsetzen bzw. überhaupt erst mal starten.
Schnell kommen wir auch an die steile Schlammstelle, die wir gestern schon gesehen haben.  Obwohl es viel geregnet hat, sieht es nicht schlimmer aus als gestern. Langsam und vorsichtig tasten wir uns einer nach dem anderen den kleinen Hang hinunter. Wir kommen alle unten an, ohne hinzufallen 😉
Allerdings stellen wir uns wieder die Frage, ob wir es überhaupt in und durch die Femundsmarka schaffen werden. Wenn hier, wo alles noch gut ausgetreten und eigentlich voller Felsen ist, schon so schlammig und sumpfig ist, wie wird es dann wohl in der Femundsmarka hinter Oasen sein? Als wir das letzte mal da waren hatten wir strahlenden Sonnenschein und trotzdem stand alles unter Wasser und wir sind zum Teil bis über die Knöchel im Matsch und Sumpf versunken.
Das wird jetzt ja sicherlich noch schlimmer werden… Wenn wir die Hunde nicht dabei hätten, dann würden wir es auf jeden Fall versuchen, aber das wollen wir den Jungs auch nicht antun. Wir gehen trotzdem weiter, denn so werden wir nie erfahren, ob sich die Wegverhältnisse nochmal bessern oder nicht. Zur Not gehen wir einen anderen oder den gleichen Weg zurück. Wir müssen dann halt nur aufpassen, dass wir das zeitlich auch gut hinbekommen.

 

Von Oasen aus können wir noch einen anderen Weg zurück zum Grövelsjön nehmen. Sollten wir es, warum auch immer, nicht bis nach Oasen schaffen, dann werden wir den gleichen Weg zurück gehen. Wir kennen hier ja auch die Zeltplätze und können uns dann auch auf die Strecke einstellen, denn die ist uns dann ja auch schon bekannt. Dadurch, dass alles nass ist, ist er ziemlich ungemütlich. Solange wir laufen ist es nicht schlimm. Man merkt es nicht, denn die Rucksäcke und der Weg verlangen einiges von uns und wir können uns nicht darüber beschweren, dass uns kalt ist. Sobald wir allerdings eine Pause machen uns etwas länger nicht in Bewegung sind, wird es frisch. Frieren tun wir noch nicht, dafür ist es noch nicht kalt genug, aber wir sind kurz davor.
Durch den Regen in der Nacht steht unser Weg an manchen Stellen recht hoch im Schlamm und wir schlagen uns durch das Gebüsch, um nicht zu schnell nasse Füße zu bekommen. Allerdings ist hier das Problem, dass die Büsche und kleinen Bäume natürlich auch alle nass sind und wenn wir daran entlangstreifen werden wir auch nass. Ändern können wir nix dran, die Regenkleidung wollen wir aber auch noch nicht anziehen, denn unter dem wasserabweisenden Stoff kommt man noch schneller ins Schwitzen. Da werden wir lieber von außen nach innen nass, als umgekehrt 😉
Die Jungs machen alles ohne zu Murren mit. Etwas Probleme bekommen wir alle, als der Weg mehr aus Steinen als aus Erde besteht. Nasse Steine sind extrem rutschig. So stolpern wir alle ein bisschen durch den Wald. Wir kommen nicht schnell voran und Oasen haben wir definitiv für heute von der Liste gestrichen. Obwohl wir schon lange unterwegs sind kommen wir einfach nicht voran. Als wir einen kleinen Fluss erreichen und diesen mit Hilfe einer kleinen Holzbrücke ohne Probleme queren können, entdecken wir ein Haus.
Dieses Haus ist auch auf der Karte eingezeichnet. Wir sind uns nicht sicher, ob wir froh oder enttäuscht sein sollen, dass wir hier sind. Wir haben seitdem wir losgelaufen sind nun vielleicht 2km geschafft. Wenn überhaupt… Und wir sind ziemlich platt. Das Haus ist verriegelt, es ist niemand da. Allerdings steht ein Tisch mit zwei Bänken noch vor der Tür.
Wir machen es uns erst mal gemütlich. Eine kleine Pause um etwas zu Essen muss sein. Da wir erst recht spät aufgebrochen sind und uns die Zeit ein wenig davonläuft entscheiden wir uns, die Pause auf 10 Minuten zu begrenzen. Dany geht ohne Gepäck und Hunde nach dem Weg schauen, denn hier haben wir die Auswahl zwischen drei gut ausgetretenen Wegen. Wir meinen aber den richtigen erspäht zu haben. Jedoch wollen wir meist ganz sicher sein, denn bevor wir mit Sack und Pack los gehen und dann feststellen, dass wir umkehren müssen, geht lieber einer von uns kurz vor und schaut nach. Maximal fünf Minuten gehen wir in eine Richtung so die Wege ab. In fünf Minuten ohne Gepäck kommen wir wesentlich schneller voran und haben so einen größeren Radius um festzustellen, ob es der richtige Weg ist.


Dany kommt zurück und verkündet, dass es tatsächlich die richtige Abbiegung ist, denn ein kleines Stück den Weg entlang ist ein Lagerplatz, an den wir uns von der letzten Tour erinnern können. Hier geht es definitiv weiter. Wir schultern die Rucksäcke und erreichen innerhalb von ein paar Minuten den Lagerplatz. Allerdings hört der Weg einfach vor einem Sumpfgebiet auf. Wir werfen also die Rucksäcke wieder ab, machen die Hunde fest und schauen uns in der näheren Umgebung um. Hinter uns liegt die Hütte, da wollen wir also schon mal nicht mehr hin.
Links von uns ist der Lagerplatz und ein Fluss, den wir definitiv nicht queren können, denn er ist viel zu tief. Rechts von uns ist, das können wir auch der Karte entnehmen, eigentlich nur Sumpfgebiet- das ist dann auch falsch.
Vor uns liegt die kleine sumpfige Fläche, die auch noch von einem Bach durchzogen ist. Dahinter geht es einen kleinen Berg hinauf. Die Felsen sehen eigentlich ganz vielversprechend aus. Dany schnappt sich einen Trekkingstock und versucht ihr nochmals mit der 5 Minutentaktik Glück. Getreu nach dem Motto: Angriff ist die beste Verteidigung, ergreifen wir mal die Flucht nach vorne.
Der Boden gibt bei jedem Schritt nach und das Wasser quillt bis über Danys Schuh aus dem Boden heraus. Stehenbleiben ist keine gute Idee, denn dann sinken die Schuhe noch weiter ein. Nach einigen Metern ist Dany am Bach angekommen und tatsächlich ist hier wohl der Weg. Zumindest liegen mehrere kleine Birkenstämme über dem Bach und fungieren als Brücke. Damit wir sicher sind, wo der Weg weiter geht und wir dann nicht mit den Hunden im Sumpf versinken müssen, geht Dany noch ein Stück weiter, bis sie bei den Felsen ankommt. Fußspuren im Schlamm verraten aber hier schon, dass es der richtige Weg ist. Und hinter den Felsen ist dann auch ganz deutlich der ausgetretene Weg zu erkennen, dem wir folgen müssen.
Sehr gut, jetzt noch zurück und die Jungs holen. Wir schultern die Rucksäcke und überqueren schnell das sumpfige Gelände. Die Jungs sind diesmal nicht so begeistert und wollen immer mal wieder stehen bleiben. Das lassen wir diesmal aber nicht zu, denn wir merken, dass wir mit den schweren Rucksäcken schneller einsacken und würden gerne schnell auf der sicheren Seite ankommen.
Mit gutem zureden und dem ein oder anderen „Schnell weiter, hopp hopp!“ sind wir dann auch alle auf der anderen Seite angekommen. Die Füße sind zwar nicht mehr trocken, aber daran können wir nun auch nichts mehr ändern. So wie das Wetter aussieht werden wir also für den Rest der Tour mit nassen Schuhen laufen. Zumindest können wir die Socken Nachts im Schlafsack trocknen und haben dann nicht sofort wieder nasse Füße, wenn wir in die Schuhe steigen.
Wir kämpfen uns weiter über Stock und Stein und dann kommen wir irgendwann wieder an einer Brücke an. Diese Brücke hat kein Geländer, sie ist nur zu betreten, wenn man eine große Stufe überwindet. Wir legen die Rucksäcke nochmals ab, denn wir wollen die Hunde einzeln über die rutschige Brücke bringen. Wir müssen den Jungs helfen auf die Brücke zu kommen und auf der anderen Seite ist der Sprung runter auch gute 60cm hoch. Das wollen wir nicht mit Hund und Rucksack machen. Wir schnappen uns also die Jungs und Dany hat Jamiko grade auf die Brücke gestellt, da fängt Dennis von hinten wild an mit den Armen zu fuchteln „Rentiere!! Achtung!!!!“

Und tatsächlich stehen auf der anderen Seite der Brücke sechs bis acht Rentiere. Ganz genau können wir es   noch nicht erkennen. Die waren eben, als wir gucken waren noch nicht da.
Die Jungs haben sie zum Glück noch nicht bemerkt. Sie gucken ganz verwirrt, als wir alle drei schnell wieder zurück zu den Rucksäcken bringen und dort sicher anbinden. Aber was machen wir nun? Die Rentiere sahen jetzt nicht so aus, als wenn sie in der nächsten Zeit freiwillig weiter gehen würden.
Dany ergreift die Initiative schnappt sich beiden Trekkingstöcke und geht wieder zurück. Laut mit den Stöcken klappernd und rufend (schon fast einem Joikgesang ähnelnd) nähert sie sich den Rentieren- die gucken erst mal ziemlich unbeeindruckt und grasen weiter. Das große Rentier guckt ziemlich skeptisch und macht erst mal zwei Schritte auf Dany zu, die bleibt erst mal stehen und holt tief Luft.
Keine Ahnung ob das ein korrekter Weg ist, Rentiere in die Flucht zu schlagen, oder ob man sie damit eher provoziert. Offensichtlich haben die Rentiere entschieden, dass es nicht die Mühe wert ist, sich mit der bekloppten deutschen Touristin anzulegen und drehen sich um und laufen weg. Der Akzent im Joik muss dann doch recht auffällig gewesen sein 😉
Die Richtung ist gut und nur um sicher zu sein läuft Dany noch ein Stückchen mit den Stöcken klappernd hinterher, bis die Tiere außer Sicht sind. Dennis hat in der Zeit die Hunde betreut und beruhigt.
Was natürlich nicht ganz so gut geklappt hat, wenn Dany „whoop whoop, geht weg!“ rufend durch die Gegend stapft. Wir wagen also einen zweiten Versuch die Hunde über die Brücke zu bringen und diesmal können wir es auch durchziehen. Dennis holt schnell die Rucksäcke und dann machen wir Pause. Wir haben wieder einen der Zeltplätze gefunden, den wir 2014 genutzt haben. Auch hier sind mehrere schöne ebene Flächen für die Zelte und eine total gut ausgebaute Feuerstelle ist auch vorhanden. Direkt am Fluss gelegen und mit Blick auf den dahinter liegenden See ist es total idyllisch.
Wir gucken uns an, zucken mit den Schultern und schnallen den Jungs die Packtaschen ab. Wir sind übereingekommen, dass wir heute nicht mehr weiter wollen. Die Rentieraktion hat uns schon wieder zu viel Zeit gekostet und es wird immer später.
Wir schlagen die Zelte auf und machen es uns gemütlich.

 

Grade als wir fertig sind, beginnt es wieder zu regnen. Das nennen wir mal timing… Und da es sich nicht nur um einen kleinen Schauer handelt sind wir froh, dass wir uns dazu entschieden haben, die Zelte aufzubauen.  Ansonsten wären wir jetzt alle nass bis auf die Knochen. Denn es kam so schnell so viel Regen runter, dass wir es gar nicht geschafft hätten die Regenklamotten anzuziehen.
Der Schauer hört auch irgendwann wieder auf und wir beginnen mit den Vorbereitungen fürs Abendessen. Dennis kümmert sich um das Wasser und während das so vor sich hin köchelt nutzt Dany die Zeit für ein bisschen Haarpflege. Zum richtig Haare waschen ist es ihr zu kalt. Aber da hat sie vor der Tour schon für vorgesorgt: Trockenshampoo ist die Lösung. Mit einem Handtuch, einer Bürste und dem Trockenshampoo bewaffnet geht Dany etwas weiter weg, denn die Hunde müssen von dem Zeug ja nix abbekommen.
Fünf Minuten später ist alles vorbei und Dany kommt, frisch nach Kokosnuss riechend, wieder zum Zeltplatz zurück. Nicht so gut wie richtig Haare waschen, aber immerhin etwas. Und es riecht gut 😉
Während wir auf unser Essen warten, studieren wir die Karte. Wir sind uns einig, dass wir die geplante Tour so nicht gehen können, denn es ist uns einfach zu nass. Schade ist es schon, aber wenn wir es bis nach Oasen schaffen, dann können wir immerhin einen anderen Weg zurück gehen und kommen dann auch pünktlich am Ferienhaus an. Das ist also der neue Plan.
Irgendwie fühlt es sich nicht gut und doch gut zugleich an. Wir sind erleichtert, dass wir die Hunde und uns nicht durch permanent nasses Gebiet treiben. Andererseits fühlt es sich, zumindest für Dany, doch so ein bisschen wie aufgeben an. Es ist unbefriedigend zu wissen, was noch kommt, denn die Wege kennen wir ja und wir wissen, wie schön die Gegend um den Rogen ist und dann brechen wir einfach ab. Wiederum ist es natürlich spannend einen Weg zu gehen, den wir noch nicht kennen, auch wenn dieser eher durch Stein- und Felswüste führen wird.
Aber bevor wir diesen Weg einschlagen können, müssen wir Oasen erst mal erreichen. Das müssten wir dann Morgen auf jeden Fall schaffen, ansonsten kommen wir mit unseren Wandertagen nicht hin. Bis nach Oasen sind es aber noch mindestens 7km. Wenn das morgen so läuft wie heute, dann werden wir das wohl auch nicht schaffen. Natürlich kann man jetzt sagen: Stellt euch nicht so an, lauft doch einfach im regen und gut ist. Aber dazu haben wir ganz einfach keine Lust. Ohne die Hunde sähe das wieder anders aus, da würden wir wahrscheinlich die Zähne zusammenbeißen und weiterlaufen. Aber wir müssen auch auf die drei Fellnasen Rücksicht nehmen. Die Jungs haben hier oberste Prio, denn wenn bei einem von ihnen was passiert, dann haben wir schlechte Karten.
Bentley würden wir noch ohne Probleme getragen bekommen, aber bei den beiden großen sieht das schon wieder ganz anders aus. Wir kontrollieren regelmäßig die Pfoten auf Verletzungen und schauen, dass sie körperlich keine Beeinträchtigungen erleiden. Da wollen wir die drei nicht über mehrere Tage klatschnass durch die Kälte jagen. Spätestens dann macht es ihnen keinen Spaß mehr und Scotty und Bentley bekommt man nicht so schnell wieder trocken, wie Jamiko. Das möchten wir einfach nicht und wir erkennen auch an, wenn wir einen anderen Weg einschlagen müssen oder vielmehr sollten. Wenn wir es drauf anlegen, dann können wir die Tour natürlich wie geplant laufen, aber man muss sich ja nicht unnötig Druck machen.
Dennis zieht am Abend nochmal mit der Kamera los. Es ist einigermaßen trocken von oben. Gleichzeitig erkundet er auch schon den Weg für morgen. Wir können uns nicht mehr ganz genau an die Stelle erinnern, aber irgendwo hier in der Nähe haben wir 2014 den Weg verloren und sind dann mehrere Kilometer querfeldein gelaufen, bis wir in Oasen angekommen sind. Oasen war dann wirklich eine Oase, denn der kleine See mit den gefühlten 10 Bäumen drum herum hat uns nach diesem Marsch wieder aufgeheitert. Diesmal wollen wir aber, wenn möglich nicht auch noch querfeldein laufen müssen, wenn eh alles knöcheltief im Wasser steht.
Nach dem Abendessen verschwinden wir wieder in den Schlafsäcken und legen uns für die Nacht hin. Mal sehen was morgen so bringt und wie wir den Rückweg gestalten werden. Immer schön von einem Tag zum nächsten planen. Was bringt es uns, dass wir uns den Kopf über hätte und wenn’s zerbrechen, wenn wir doch eh nichts an der Situation ändern können. Wir haben diesmal halt einfach Pech mit dem Wetter. Bisher hatten wir immer Glück, irgendwann muss man ja auch mal den Herbst von seiner übleren Seite erleben.
Und ganz ehrlich: Dafür haben wir immer noch ziemlich viel Glück, denn wir haben keinen Dauerregen.

 

 

 


Tuesday 19.09.2017

Tag 3: 1. Campground Femundsmarka – 2. Campground Femundsmarka

 

Nothing special happened during the night.Bentley wanted to get back in and out of the sleeping bag a few times. At some point during the night it started to rain. And plenty of it. In the tent it sounds always worse than it actually is, but non the less there is much rain…. The boys don’t bother with the noise, they are already used to such noises from sleeping in our caravan. A rain always sounds worse than it actually is.

However, it is a tiring night, because the rains starts suddenly and suddenly it stops. Both things always happen so suddenly that you are wide awake. It’s loud or it is suddenly silent-  all or nothing. We woke up a lot during this night… On top of the noise we must be careful that the dogs do not push the wall of the inner tent to the outer tent when they lie down somewhere. If that happens, then we might get water in the tent quickly and we would like to avoid that as long albs possible.

We get up at 07:04. While Dennis is already boiling water, Dany is still busy in the tent.Fortunately, it is not raining anymore for breakfast and we can eat outside. The sky is still overcast with ominous thick clouds, but at the moment it does not look like there’s anything going to happen in the near future. We haven’t even finished the thought and it starts to rain again. Well that could be something …

Jamiko and Bentley are still in the tent and do not want to go out. We quickly put Scotty back in the big tent. We grab our breakfast and hide there too. Sitting on the mattress, we watch the rain fall from the tent entrance. We spend a lot of time inside the tent just looking at the clouds, because the rain is still falling and it doesn’t look like it will stop soon. If it does not stop, then we have to decide if we want to take one of the planned extra days today, or if we want to just go through the rain. At 08:40am we are still sitting in the tent with tea and coffee.

Slowly but surely the rain stops and there is only a light dribble on the tent, we decide to take advantage of the situation and continue our tour. Actually, we want to go to Oasen today. That’s a good 11km hike, but since we start so late today, we have already come to the conclusion that we won’t make it there today. We do not want to rush through the landscape. We want to enjoy the hike and see a lot, take pictures and also videos. We do not want to set any records, we prefer to relax.

It does not matter if we don’t reach a certain campground we planned beforehand. As long as we are back at Grövelsjön at the end of the planned time, everything is fine – we do not stress ourselves. At 12 o’clock we are sure that it will not rain anymore and we have packed everything. The boys are motivated and ready to go. We have not gone five steps yet and suddenly there it makes „Ritsch“ and suddenly Scotty is standing next to Dany. Nothing out of the ordinary, but Dany is a good 8 meters away from Dennis and the tug line is 2.5 meters long.

Without much thought, Dany grabs Scotty’s collar and stops him from moving further away. Something is not right. With a quick look back to a baffled Dennis, the situation is quite clear: The leash is torn in half just 30cm under the carabiner. Luckily this happened when nothing exciting was around. If there had been reindeers nearby, then we could have waved goodbye to the husky, cause he would have been gone for sure.

With a bit of heartbubbling, Dany throws off her backpack and secures Jamiko and Bentley. We have to improvise something right now. We do not want just make a  tight knot into the leash, then it will be too short.But luckily we have the tug line that is actually meant for Bentley. Dany exchanged it yesterday for the long Biothane towline.Bentley always runs behind Dany and with the relatively short pull line, which is fastened onto the belly strap, he always bumped into her legs from behind. That was rather unpleasant for dog and human alike.So we switched to the 7 meters leash. Dany secures the long leash onto the belly strap of the backpack. If you make two big loops, then Bentley is far enough behind and will not be kicked by mistake. At the same time, the leash is still short enough so that it does not get stuck all the time. So we can put Scotty on the other tug line and continue our way or better start.

We quickly come to the steep muddy spot that we saw yesterday. Although it has rained a lot, it does not look much worse than yesterday. Slowly and carefully we crawl one after the other down the small slope. We all get down without falling 😉

However, we have to ask ourselves again whether we will make it in into and through the Femundsmarka. If here, where everything is still well-worn and actually full of rocks, is already so muddy and marshy, how will it be in the Femundsmarka behind Oasen? The last time we were there we had sunshine and yet everything was underwater and we are partly sunk in the mud and swamp up to the ankles.

That’s going to get even worse now … If we did not have the dogs with us, we’d definitely try, but we do not want to do that to the boys. They might loose their happy hiking spirit – especially Bentleys with his short legs…. We will continue for now, because we will never know if the conditions improve again or not. If necessary, we can go back another way or the same way. We just have to be careful that we time everything right so that we arrive back at Grövelsjön on time.

From Oasen we can take another way back to Grövelsjön. If, for whatever reason, we can not make it to Oasen, we will go back the same way. We also know the campsites here and can adjust to the track. With everything  wet, it is rather uncomfortable and not fun anymore. As long as we are walking it is not too bad. You do not realize that it’s cold and wet, because the backpacks and the trail are very demanding and we can not complain about being cold. However, as soon as we take a break and do not move for a while, it gets cold. We’re not freezing yet, that’s not cold enough, but we’re close to it.

Due to the rain at night our path is, in some places, very muddy and also very narrow. We fight our way through the bushes. However, here is another problem, the bushes and small trees are (of course) all wet and if we graze them while passing by we will also wet. We can not change anything about the situation, but we  also do not want to put on the rain gear, because under the water-repellent fabric we will sweat even faster. We prefer to get wet from the outside rather than from the inside 😉

The boys do everything without arguing. We all have some problems, as the way is more stones than earth. Wet stones are extremely slippery and we stumble through the forest for a while. We are not making that many kilometres and we have definitely crossed oases out as todays campground. Although we have been hiking a long time, we will not make it before it gets dark. We reach a small river and cross it with the help of a small wooden bridge without any problems. And then we discover a small cabin.

This cabin is marked on our map. We are not sure if we should be happy or disappointed that we are here. Since we started we have managed maybe 2 or 3km… And we’re already pretty tired . The cabin is locked, there is nobody here. However, a table with two benches is still at the door.

We make ourselves comfortable. Since we are  already late and we are running out of time, we decide to limit the break to 10 minutes. Dany goes without bag pack and dogs to take a look at the upcoming trail, because we have the choice between three well-trodden paths. But we think we have spotted the right one. However we want to be sure, because we do not want to go and then realize that we have to turn back. We hike a maximum of five minutes in one direction. With no luggage and five minutes time, we can move much faster and have a larger radius to see if it’s the right way to go.

 

Dany comes back and announces that it’s might be the right turn, because a little way down the path there is an area that we can remember from the last tour. We shoulder the backpacks and reach the campsite within a few minutes. However, the path just stops in front of a river. So we throw the bag packs down again, secure the dogs and take a look around.

To our left  there is a river that we definitely can not cross, because it is far too deep. Right in front of us is a swampy area.

Before us there is a small marshy area, which is also crossed by a stream. Behind it there is a small rocky hill. The rocks actually look very promising. Dany grabs a trekking pole and tries her luck again with the 5 minute tactic. True to the motto: Attack is the best defense.

The ground gives way with every step and the water wells up out of the ground onto Danys shoes. Stopping is not a good idea, because then you sink even further. After a few meters, Dany has arrived at the stream and here is probably the right way. At least several small birch trunks lie over the stream and act as a bridge. We want to make sure that this is our path. Dany goes a little further until she arrives at the rocky road. Footprints in the mud reveal that it is the right way. And behind the rocks there is clearly recognizable the well-trodden path, which we must follow. Dany goes back.

We shoulder the backpacks and quickly cross the marshy terrain. The boys are not that enthusiastic this time and always want to stop. But we will not let it happen this time, because we realize that we sink in way faster with the heavy backpacks and we would like to arrive on the safe side quickly. With a few encouraging words and one or two „Quick, hopp hopp!“ we arrive on the other side. Our feet are not dry anymore, but we can not change that 😉 . The weather looks like we will hike with wet shoes for the rest of the tour. At least we can dry the socks at night in the sleeping bag and then do not have wet feet again when we step into the shoes.

We continue to hike over hill and dale and then we eventually arrive at another bridge. This bridge has no railing, it can only be stepped on when you take a large step up. We put the bagpacks down again, because we want to bring the dogs individually over the slippery bridge. We have to help the boys to get on the bridge and on the other side, the jump  down is also good 60cm. We do not want to do that with a dog and a backpack at the same time. So we grab the boys and Dany has Jamiko on the bridge, as Dennis starts wildly waving his arms „Reindeer !! Reindeer!!!!“

And indeed there are six to eight reindeers on the other side of the bridge. Fortunately, the boys have not noticed them yet. They look very confused as we bring all three back quickly to the backpacks and securely tie them to a tree. But what do we do now? The reindeers did not look like they would walk on in the near future.

Dany takes the initiative grabs both trekking poles and goes back. Clattering with the sticks and calling (almost resembling a joik vocals), she approaches the reindeer – they look rather unimpressed and keep grazing. The big one looks quite skeptical and takes two steps towards Dany, who stops and takes a deep breath. No idea if this is a correct way to put reindeer to flight or if it might provoke them. Obviously, the reindeer have decided that it is not worth the effort to mess with the crazy German tourist and turn around and run away. The accent in the Joik must have been quite noticeable 😉

So we make a second attempt to bring the dogs over the bridge and this time we can pull it through. Dennis quickly gets the backpacks and then we take a break.  Again we found one of the tent sites that we used in 2014. Again, there are several nice flat areas for the tents and a totally well-developed fireplace is also available. Located directly near the river and overlooking the lake behind it is totally idyllic.

We look at each other, shrug our shoulders and take the bags off the boys. We have agreed that we do not want to go any further today. The reindeer action has already cost us too much time and it is getting later and later.

 

 

We put up the tents and make ourselves comfortable. When we are done, it starts to rain again. That’s what we call timing … And since it’s not just a small shower, we’re glad we decided to set up the tents. Otherwise, we would all be wet right down to the bone.

The rain stops at some point and we start with the preparations for dinner. Dennis takes care of the water, and while it’s simmering, Dany takes the time to do some hair-care. Dry shampoo is the solution. Armed with a towel, a brush and the dry shampoo Dany goes a little further away, because of the dogs. Five minutes later, it’s all over and Dany comes back to the campground, smelling like coconut. Not as good as washing your hair, but at least something. And it smells good 😉

While we wait for our food, we study the map. We agree that we can not go the planned tour because it is just too wet for us. It’s a pity, but if we make it to Oasen, then at least we can go back another way and arrive at the holiday house on time. So that’s the new plan.

Somehow it does not feel good or bad. We are relieved that we are not driving the dogs and us through permanently wet areas. On the other hand, at least for Dany, it feels a bit like giving up. It is unsatisfactory to know what’s to come, because we know the ways and we know how beautiful the area around the Rogen is.

We must definitely make it to Oasen tomorrow, otherwise we will not be able to hike another way back. But there are still at least 7km to Oasen. If tomorrow is going to be like today, then we will not be able to do that either. Of course, one can now say: Don’t be such a wuss – just walk in the rain. But we just do not feel like doing that. Without the dogs it would be different and we would probably clench our teeth and keept walking. But we also have to consider the three dogs. The boys have top prio here, because if something happens to one of them, then we won’t forgive ourselves. We regularly check the paws for injuries and see that they do not suffer physical disability. We do not want to chase them three days soaking wet through the cold. Then they will not enjoy it anymore and Scotty and Bentley do not get dry as quickly as Jamiko. We simply do not want that.

Dennis walks off in the evening with the camera. It is reasonably dry from above. At the same time he is already exploring the way for tomorrow. We can not remember exactly, but somewhere around here we lost our way in 2014 and then ran across country for several kilometers until we arrived in Oasen. Oases was really an oasis, because the small lake with the few trees around it cheered us up after this march. But this time we do not want to run cross-country, especially when everything is marshy and wet.

After dinner, we disappear back into the sleeping bags and lie down for the night. Let’s see what tomorrow brings and how we will find our way back. This time we just have bad luck with the weather. So far, we have always been lucky, but at some point you have to experience the evil side of autumn.

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