08.-09.09.2018 Mammutmarsch NRW

08.-09.09.2018 Mammutmarsch NRW

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Nachdem ich (Dany) vor gar nicht all zu langer Zeit ja am Rhein- Ahr- Marsch teilgenommen habe und leider nach 50km abbrechen musste, war dann doch in mir der Anspruch geweckt, die 100km zu schaffen. Also habe ich mich für die nächste Veranstaltung in unserer Nähe angemeldet. Das war der Mammutmarsch NRW. Gestartet wird in Wuppertal Barmen und da soll dann auch das Ziel sein. Angemeldet war ich schnell und die Startgebühr war auch schnell bezahlt. Jetzt stellte sich aber wieder Frage: Was nehme ich mit? Und viel wichtiger: Was für Schuhe ziehe ich an?

Beim letzten Mal hatte ich Wanderhalbschuhe an und dabei mir die Füße ja so kaputt gemacht, dass ich fast gar nicht mehr laufen konnte. In der Woche nach dem Marsch war das Laufen nur mit Flip-Flops noch möglich. Diesmal muss es also anders laufen- im wahrsten Sinne des Wortes. Nach der Anmeldung hatte ich also noch ausreichend Zeit, mich mit dem Thema zu beschäftigen. Letztendlich ist es dann darauf hinaus gelaufen, dass ich mir die Salomon Speedcross 4 Trailrunningschuhe gekauft habe. Davon habe ich bereits ein Paar und weiß, dass sie gut sind. Die neuen Schuhe wurden intensiv bei den Gassirunden mit den Hunden eingelaufen und so sollte also dem Mammutmarsch nicht viel im Wege stehen.

Am 08.09.2018 hat Dennis mich also zum Startpunkt gefahren. Bepackt mit dem Rucksack und den Wanderstöcken war die Anmeldung schnell vollzogen und ich habe ein Heft bekommen, in dem die gesamte Strecke schön ausführlich mit Bildern und Abbiegehinweisen aufgeführt war.


Das ist natürlich super, wenn das Handy oder GPS schlapp macht hat man immer noch die gute alte Karte zur Hand. Ich habe mir die Strecke im Vorfeld auf unser GPS Gerät gemacht und zusätzlich noch auf das Smartphone. Verlaufen sollte ich mich also eigentlich nicht mehr können und es sind ja auch noch andere Menschen auf der Strecke unterwegs. 

Da ich alleine gehe ist es eh meine Absicht immer andere Teilnehmer im Blick zu haben, damit ich nicht doch irgendwie vom Weg abkomme, grade nachts ist das ja nicht zu unterschätzen. Da es auch viel durch den Wald geht und das auch nachts, möchte ich eh immer jemanden in meiner Nähe wissen, denn ich bin ja im Dunkeln nicht so der Held 😉

Im Rucksack hatte ich verstaut: 

Stirnlampe und Batterien; Magnesiumpulver, Trinkbecher, 2L Wasserblase, Nüsse, Schokolade, Blasenpflaster, Ersatzsocken, Fleecepullover, Jacke, Tempos, Powerbank, Ladekabel für Smartphone und die Fenix 3, GPS Gerät, Perso, Versichternkarte und etwas Geld.

Das muss reichen. Die Teilnehmer waren ja auch an vier Versorgungspunkten mit allem notwendigen versorgt. 

Ab 15 Uhr ging es dann los. Die knapp 1700 Teilnehmer werden in verschiedenen Wellen  auf die Strecke geschickt. Ab 15 Uhr geht alle 15 Minuten eine Gruppe an den Start. Insgesamt gibt es neun Startgruppen. Ich bin ebenfalls in Gruppe 9 und werden um 17 Uhr als letze Gruppe den Start verlassen. Das finde ich ist ein super Prinzip, denn so sind nicht direkt 1700 Menschen unterwegs und man kommt sich, grade zu Beginn, nicht so sehr in die Quere. Das Feld zieht sich zwar recht schnell auseinander, aber bei zu vielen Menschen dauert es dann doch einfach etwas länger. Und was ich mir auch vorstellen kann ist, dass es an den Versorgspunkten nicht ganz so voll ist, wenn die Teilnehmer in kleineren Gruppen ankommen. 

Um 17 Uhr bin ich also mit meiner Startgruppe los und wir, ebenso wie alle anderen Gruppen vorher, wurden mit viel Applaus und Nebel verabschiedet. Und dann ging es auch schon los. Die Strecke möchte ich gar nicht im einzelnen beschreiben, es sei so viel gesagt: Es war sehr abwechslungsreich und es war alles dabei. Wald, Wiese, Feld, Straße, Kopfsteinpflaster und Asphalt. Die Markierungen waren gut zu finden, nur in der Nacht hatte ich etwas Probleme mit meiner Stirnlampe die Pfeile zu finden, das mag aber auch an mir liegen, denn im Dunkeln seh ich ja eh nicht so gut. Dafür war ich aber immer in einer Guppe unterwegs und gemeinsam haben wir dann den Weg gesucht, gefunden und viel gelacht und geflucht. Es war eine wirklich anspruchsvolle Strecke, denn das Höhenprofil hat nicht gelogen. Es ging ordentlich bergauf und bergab. Laut meiner Messung habe ich letztendlich 1680 Höhenmeter rauf und wieder runter absolviert, es fühlte sich aber definitiv nach mehr an 😉

Die Versorgunspunkte waren super ausgestattet. Es gab immer etwas zu Essen und kalte oder warme Getränke, ein Dixi oder WC war auch immer vor Ort und die Betreuung war wirklich super.

VP1 bei 18km
VP2 bei 38km
VP3 bei 63km

Mit der Zeit merkte man dann auch, dass immer mehr Teilnehmer ausgestiegen sind und sich das Feld ordentlich in die Läge gezogen hat. In der Nacht war es zwischenzeitlich so, dass ich ganz alleine war und dann hab ich doch Fersengeld geben und die eingeholt, die vor mir gegangen sind. Das war auch gut so, denn sonst hätte ich mich, glaube ich, nicht an den Abstieg mit dem Knotenseil getraut. Da kommt Frau nichts ahnend einen Waldweg lang und dann ist da ein (für diese Uhrzeit) doch recht großer Menschanauflauf und alle warten auf was. Ich also da hin und was seh ich im Schein der vielen Stirnlampen: Da ist ein Baumstumpf, an dem ein Seil mit Knoten in 1m Abständen einfach mal so nach unten führt. Ok, da müssen wir also runter. Naja, schimpfend, lachend, stolpernd und kichernd kommen alle dann doch irgendwie unten an und wir gehen weiter- Mega lustig und so völlig unerwartet!

Schneller als gedacht sind dann auch schon 50km geschafft und ich bin überrascht, denn bis jetzt habe ich noch keine nennenswerten Probleme. Die Füße tun nicht weh, noch keine Blase in Sicht, nur die Knie leiden etwas bei den Absteigen. Aber dafür habe ich ja extra die Stöcke dabei, die entlasten doch schon sehr und es fühlt sich alles noch gut an. Pausen mache ich so alle 10km und natürlich an den Versorgungspunkten. Bei den Pausen versuche ich diese immer recht kurz zu halten, nur so viel wie nötig. Der Körper darf nicht müde werden, denn dann komm ich bestimmt nicht mehr weiter und bisher läuft es wirklich gut. Ein Anflug von Müdigkeit ist zu spüren und so soll es auch bleiben, das wäre prima. Also immer einen Fuß vor den anderen und weitergeht.

VP4 bei 80km

Und was soll ich sagen? Nach 22:38 Stunden komme ich tatsächlich im Ziel an. Die letzen 10km waren super anstrengend. Wahrscheinlich aber alles auch nur Kopfsache, denn ich wusste ja, dass es bald geschafft ist. Der letze Kilometer über die Nordbahntrasse war die Hölle. Dauernd kommen einem Leute entgegen, die sagen, dass es nicht mehr weit ist und das man es bald geschafft hat, aber irgendwie sagen die das nur alle und man kommt dem Ziel nicht näher. Erst als wir so knapp 200 Meter vom Ziel sind und unsere Gruppe von einer Frau mit dem Staff Shirt begrüßt wird, da wissen wir, dass wir gleich da sind. Wir werden alle erstmal gedrückt und bekommen noch viel guten Zuspruch für die letzen Meter.

Und dann geht alles seht schnell, das große Zielbanner ist in Sicht und unser kleines 3er-Grüppchen wird gefeiert wie ein König als wir ankommen. Es sind total viele Zuschauer da die uns alle anfeuern und im Ziel werden wir erstmal alle gedrückt und bekommen ganz viel Lob, das wir es geschafft haben. Eine Medaille und ein Finisher- Armand werden uns umgehangen und dann werden wir, mit noch mehr Lob, an einen kleinen Stand geschickt, dort bekommen wir unsere Urkunden. Dennis ist auch schon da und es gibt noch mehr Lob 😀 Ein Bierchen wird

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allen, die ins Ziel kommen, auch noch überreicht. Mit Gefühlen, die ich gar nicht so richtig in Worte fassen kann, machen wir am Ziel noch ein bisschen Pause und beobachten die anderen Teilnehmer, die ebenfalls ins Ziel kommen. Es ist total schön zu sehen, dass jeder, der die Ziellinie überschreitet, total gefeiert wird. Da sind die ganzen Strapazen doch irgendwie direkt vergessen und man ist stolz, glücklich, erleichtert es geschafft zu haben und  irgendwie irritiert, dass es „schon“ vorbei ist. 

Auf jeden Fall war das eine Erfahrung die, für mich, bisher einmalig war und die ich auf jeden Fall irgendwann und irgendwo nochmal machen möchte! 

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